Freitag, 26.12.: Heute Morgen mussten wir Abschied nehmen von unserer schönen Unterkunft in Al-`Ula. Es waren zwei wirklich sehr schöne und erlebnisreiche Tage in der Wüste.
Nicht weniger spannend sollte es heute in Medina werden. Nach etwa 4 Stunden Busfahrt erreichten wir die zweitheiligste Stadt des Islam. Und es war endlich richtig schön warm (28 Grad) als wir den Bus verließen. Etwa 1,5 Millionen Menschen leben heute in der Stadt in die 622 n. Chr. Mohammed auswanderte, nachdem er in Mekka der Verfolgung ausgesetzt war. Erst seit etwa 4 Jahres ist es “Nicht-Muslimen” erlaubt die Stadt zu betreten. Daher war ich mir anfangs nicht sicher, wie man auf uns Touristen reagieren würde. Aber alles ganz entspannt.
Zunächst stoppten wir beim Uhud-Berg. Hier fand 625 n. Chr. eine historische Schlacht statt. Zum Gedenken an diese besuchen täglich zahlreiche Gläubige den (nicht allzu hohen) Berg, von dem man eine schöne Sicht auf die dazugehörige Moschee (Masjid al-Schuhada) hat.
Für die beiden wichtigsten Moscheen der Stadt mussten sich unsere Damen erst einmal entsprechend ausstatten. Ohne Abaya darf sich keine Frau den heiligen Stätten nähern. Für schlanke 15-20€ war man da schon dabei.
Das Highlight der Stadt ist allerdings ohne Zweifel der Prophetenmoschee (Al-Madschid an-Nabawi), in der sich das Grab von Mohammed befindet. Nach der Al-Haram Moschee in Mekka ist die Prophetenmoschee die zweigrößte und zweitwichtigste Moschee der Welt. Inklusive der umgebenden Höfe beläuft sich die Fläche der Moschee auf satte 400.000 Quadratmeter. Genug Platz für über eine Million Gläubige!!! Das Bild unten habe ich aus dem Netz geklaut, da es so gut wie unmöglich ist ein Bild von der kompletten Moschee zu bekommen.
Es gibt weder einen Aussichtspunkt noch eine hohe Brücke oder einen Berg von dem aus man die Moschee komplett betrachten kann. Die Dächer der umgebenden Hotels sind ebenso nicht begehbar. Neben sicherheitstechnischen Aspekten will man natürlich auch eine gewisse Privatsphäre für die Gläubigen schaffen, die natürlich ungern von ewig vielen Touristen beim Beten beobachtet werden wollen.
Ein Übriges dazu tun auch die vielen (in Deutschland hergestellten) riesigen Schirme, die einerseits eine freie Sicht auf die Moschee verbauen, andererseits auch den vielen auf dem Hof betenden Gläubigen ein bisschen Schatten spenden sollen. Im Hochsommer wird es bis zu 45 Grad.
Eigentlich hatten wir (als Ungläubige) gar keinen Zutritt zum Moscheegelände. Allerdings waren wir einfach mal so frech, und sind mit der Masse auf das Gelände durchgeschlüpft. So richtig interessiert hat es niemanden. Die Mädels in Ihren Abayas hatten es natürlich noch ein bisschen einfacher, und konnten in Ihren Outfits sogar bis ins Innere der Moschee vorstoßen.
Ist aber schon wirklich krass was in der Stadt, und vor allem in der Moschee los ist. Es sind wirklich unglaublich viele Menschen dort waren. Alle Gläubigen des Islam müssen ja mindestens einmal in ihrem Leben für mindestens 10 Tage nach Mekka und Medina pilgern. Manche tun dies deutlich öfter, um somit Ihren starken Glauben zu zeigen. Für uns war es toll dies alles mal zu sehen. Es sind Dimensionen (sowohl was die Größe der Moschee angeht, als auch die Menschenmenge), die ich so zuvor noch nie gesehen hatte.
Nicht ganz so groß, aber trotzdem absolut sehenswert war danach die “Quba-Moschee”. Sie ist die erste Moschee des gesamten Islams, und wurde 622 n. Chr. von Mohammed erbaut. Wahnsinn, was auch da los war.
Wir sind gerade zur Gebetszeit an der Moschee gewesen. Auch mal interessant zu sehen.
Zudem durften wir sogar die Moschee von innen besichtigen. Doch wie in jeder Moschee gilt: Schuhe vorher ausziehen!
Es war eine tolle Erfahrung heute. Auch wenn man sich sicherlich ein bisschen fremd in der Stadt fühlt, hat der Ort definitiv eine gewisse Strahlkraft.
Zum Dinner wurde heute parkistanisch gegessen. Ziemlich scharf, aber auch sehr lecker.
Morgen geht`s dann schon weiter nach Jeddah, der letzten Station unserer Tour.
Guuuuuute Nacht und Grüße aus Medina.