Mittwoch, 25.03.: Aufgrund meines Transfers nach Südkorea ist heute ansonsten nicht allzu viel passiert. Gegen 13 Uhr verließ ich Taiwan, und werde wirklich viele schöne Erinnerungen an die 10 Tage mitnehmen.
Ein tolles Feature gab es noch auf dem Flughafen in Taipeh: In einem Sportfachgeschäft können Reisende kostenfrei ein (fast) komplett ausgestattetes Fitti nutzen. Wenn ich das nicht erst so spät gesehen hätte, dann wären da bestimmt ein paar Sätze Rücken und Bizeps gegangen ![]()
Entspannte 2,5 Stunden später landete ich dann in Seoul. Deutlich unentspannter war dann allerdings die Suche nach einem Taxifahrer, der mit zu meinem Hotel im Zentrum der Stadt bringen konnte. Englisch: Fehlanzeige. Dann ließ ich mir den Namen meines Hotels auf koreanisch über mein Handy anzeigen, aber auch hier blickte ich in ratlose Gesichter. Zum Glück lief meine ESim-Karte recht fix, so dass ich dann einen Fahrer überreden konnte, dem Google Maps auf meinem Handy zu folgen.
Da mein Hotel mitten in der Fußgängerzone liegt, musste ich noch 400m gehen. Erster Eindruck der Stadt: Riesig und sehr belebt. Dagegen war Taipeh wirklich ein kleines Dorf.
Ganz anders verhält es sich da mit meinem Hotelzimmer. Erster Eindruck: Mini
Aber alles gut, ich bin ja nur für eine Nacht hier, und habe trotzdem alles was ich brauche… dazu eine unschlagbare Lage mitten im Zentrum des Stadtteils Myeong-Dong.
Da ich die nächsten beiden Tage wahrscheinlich relativ busy sein werde, hier schonmal die wichtigsten Fakten zu Südkorea. Dazu muss ich noch sagen, dass ich (beim Lesen meines Marco Polo-Reiseführers) selten so viel Spannendes über ein Land erfahren habe. Mit knapp über 100.000 Quadratkilometern ist Südkorea ein bisschen größer als Österreich. Auf diese Fläche verteilen sich knapp 52 Millionen Einwohner, wobei etwa die Hälfte auf die Metropolregion um die Hauptstadt Seoul entfallen. Gezahlt wird in koreanischen “Won”, wobei etwa 1.500 Won einem Euro gleich kommen. Neben den Metropolen wie Seoul, Daegu oder Busan gibt es in Südkorea aber auch viel Natur zu entdecken. Über 70% der Fläche sind (teilweise unberührtes) Grün- oder Gebirgsland, in denen die Einwohner noch in einfachen, traditionellen Dörfern leben. Mit 16 Nationalparks und 4 Meeresnationalparks stehen große Teile des Landes sogar unter Naturschutz. Die über 3.000 zu Südkorea gehörenden Inseln sind weitestgehend unbewohnt. Die optimale Reisezeit liegt entweder im Frühjahr oder im Herbst. Im Winter sind Temperaturen unter –20 Grad keine Seltenheit, im Sommer werden gerne auch mal die 40 Grad erreicht. Für die kommende Woche sind so zwischen 10-20 Grad angesagt. Ein bisschen kühler als in Taiwan, aber trotzdem angenehm.
Weitere interessante, spannende oder auch lustige Informationen:
– Ein Riesenthema (längst auch über die Landesgrenzen hinaus) ist der K-Pop, eine in Südkorea entwickelte Musikform. Man hört sie hier an jeder Ecke. Vorreiter war hier sicherlich der Rapper “Psy”. Sein Hit “Gangnam Style” wurde inzwischen auf Youtube über 5 Milliarden mal geklickt und liegt damit in den Top 10 weltweit.
– Die Südkoreaner gelten als Schluckspechte Asiens. Im Schnitt trinken (vor allem koreanische Männer) über 21 Liter Alkohol im Jahr (zumeist Reisschnaps, Reisbier, Wein und andere Spirituosen), damit doppelt so viel wie ein durchschnittlicher Russe.
– Sehr sparsam sind die Koreaner dafür bei der Anzahl Ihrer Nachnamen. Hier gibt es nämlich nur etwa 300 verschiedene. Über 50% der Einwohner heißen Kim, Lee oder Park.
– Südkorea verfügt über ein ausgezeichnetes Bildungssystem, und liegt (laut der letzten Pisastudie) z.B. in Mathematik auf Platz drei. Dies liegt unter anderem daran, dass fast alle Schulkinder neben der “normalen” Ganztagesschule zusätzlich noch eine Nachhilfeschule (“Hagwon” genannt) besuchen. Leider ist diese allerdings ziemlich kostspielig und nimmt (pro Kind) etwa 10% des gesamten Familieneinkommens in Anspruch. Sicher auch ein Grund warum die Geburtenrate in Südkorea die niedrigste weltweit ist (0,78 Kinder pro Frau).
– Aussehen ist Alles: Eine reine, weiche Haut und ein gepflegtes Aussehen sind in Südkorea geradezu Statussymbole. Nicht umsonst ist die koreanische Kosmetik weltbekannt. Dazu ist man absoluter Spitzenreiter was den Bereich Schönheitschirurgie angeht. Über ein Drittel der Frauen war schon einmal beim Beauty-Doc. Sehr beliebt sind vor allem Gesichtsverschmälerungen und Korrekturen der Schlupflider. Aber auch die Herren der Schöpfung achten sehr auf ihr Äußeres: Nirgendwo auf der Welt geben Männer (pro Kopf) so viel Geld für Kosmetik und Beautyprodukte aus wie in Südkorea.
Ich bin mir sicher, in den nächsten 10 Tagen hier werde ich noch auf viele weitere interessante Dinge aufmerksam werden.
Zurück zum heutigen Tag: Nach dem Einchecken im Hotel drehte ich noch ein kurze Runde über den Nachtmarkt. Rappelvoll, das Ding. Dazu sieht man deutlich mehr Touristen als noch in Taiwan.
Neben den klassisch asiatischen Streetfood-Gerichten wunderte ich mich über einige Stände, die Eierbrot mit Käse (Bild links) anboten. Ich hab mal eins probiert… mmmmhhh, hat halt geschmeckt wie Eierbrot mit Käse ![]()
Für morgen habe ich spontan noch einen Ausflug in die Demilitarisierte Zone an der Grenze zu Nordkorea gebucht. Darüber habe ich schon viel gehört bzw. gelesen, und bin wirklich gespannt.
Dann mal gute Nacht und erste Grüße aus Südkorea ![]()