Dienstag, 11.08.: Nachtrag zur letzten Nacht: Wie vermutet und befürchtet kühlte es in der Nacht nicht wirklich ab. Da war an Schlafen in der Jurte absolut nicht zu denken. Also entschieden wir und kurzerhand die Matratzen nach draußen zu verlegen, und unter freiem Himmel zu schlafen.
Selten habe ich die Milchstraße so gut und klar sehen können wie diese Nacht von unserem Logenplatz aus. Sogar mein IPhone konnte das einigermaßen festhalten.
Nachdem es gegen 4 Uhr morgens doch merklich abkühlte, verlegten wir unseren Schlafplatz wieder in die Jurte hinein.
Nach dem Frühstück ging es gleich weiter mit dem Bus Richtung Buchara. Der eine oder andere nutze die etwa 4 Stunden Fahrt um noch ein wenig Schlaf nachzuholen. ![]()
Gegen Mittag erreichten wir dann unser sehr schönes und sauberes Hotel in Buchara (ebenfalls an der Seidenstraße gelegen).
Für alle die mit der Seidenstraße vielleicht nicht viel anfangen können, hier noch ein paar kurze Worte dazu: Zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 13. Jahrhundert n. Chr. war die Seidenstraße ein wichtiges Netz von Karawanenstraßen, dessen Hauptroute den Mittelmeerraum auf dem Landweg mit Zentral- und Ostasien verband. Auf den über 6.400km wurden neben Seide auch Porzellan, Gewürze, Wolle aber auch Gold und Silber transportiert und gehandelt. Neben Kaufleuten, Gelehrten und Armeen wanderten auch ganze Religionen und Kulturkreise von Ost nach West, und andersrum. Auf diese Weise kam zum Beispiel auch der Buddhismus nach China. Der gesamte Verlauf der Seidenstraße sieht man im Bild unten recht gut.
Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, nutzen dir den Nachmittag für einen kleinen Orientierungsspaziergang, und waren wirklich positiv überrascht. Ein richtig schickes Städtchen ist dieses Buchara. Die alten Gebäude sind (sofern notwendig) sehr schön restauriert. Es gibt viele Möglichkeiten entspannt zu sitzen oder ein bisschen zu bummeln.
Die ganze Altstadt ist zudem voller Moscheen und Medresen, so wie wir das schon in Samarkand gesehen hatten. Morgen werden wir uns die wichtigsten Plätze noch einmal genauer ansehen.
Der schöne kleine Markt ist zum Glück überdacht. Bei heute wieder 41 Grad war das sehr angenehm.
Außer Finno, Jayne und mir fahren alle anderen nach der Zeit in Usbekistan weiter nach Turkmenistan. Hier ist die Einreise etwas komplexer, zudem darf man lediglich US-Dollar einführen. Daher mussten sich alle anderen heute Mittag mit den entsprechenden Einreisemodalitäten beschäftigen. Wir anderen drei gönnten uns in der Zeit ein Eis in der Stadt.
Interessant auch zu sehen, wie eine große Anzahl von Kindern auf einem Schulhof am Kampfsporttraining teilnahm. Man sieht Kinder kaum Fußball, Tennis oder Basketball spielen. Daher sind die bekanntesten usbekischen Sportler auch Boxer, Ringer oder Judokas.
Am späten Nachmittag (es hatte sich schon au 37 Grad “abgekühlt”) machten wir uns dann alle noch einmal auf den Weg in die (zwischenzeitlich gut gefüllte) Altstadt…
… um den “Poi Kalon” zu besuchen, einen alten Gebäudekomplex aus Moschee, zwei Medresen und dem 46 hohen Minarett, dass man fast von überall sehen kann. Alle Gebäude stammen aus dem 12. Jahrhundert.
Die bisher schönste Dinner-Location bisher war heute das Zarargon-Restaurant in der Altstadt, mit gutem Essen, schnellem Service und tollem Ausblick vom Rooftop auf den Poi Kalon.
Nach einer kleinen Runde nach dem Essen kehrten wir dann ins Hotel zurück. Ein unerwartet sehr schöner Tag war es auch heute wieder…
Gute Nacht und erste Grüße aus Buchara ![]()