Montag, 10.08.: Heute stand die erste längere Fahrt mit dem Bus auf dem Programm, denn es ging Richtung Norden zum großen See Aydar Kul. Unser Bus ist wirklich sehr komfortabel, und hätte Platz für 50 Personen. Also können wir 11 Reisende es uns sehr komfortabel machen.
Ich hatte ja bereits gestern geschrieben, dass über 80% des Landes Wüstengebiet sind. Heute konnten wir uns auch optisch davon überzeugen. Die Straßen sind allerdings in recht passablem Zustand.
Einen kurzen Mittagsstopp legten wir im kleinen Örtchen “Nurota” ein. Bei knapp 40 Grad stiegen wir zunächst eine kleine Anhöhe hinauf, um einen Rundumblick über das Dorf und die Umgebung zu haben.
Oben war es zumindest ein bisschen windig, was die Temperaturen etwas erträglicher machte. Zudem ist in Usbekistan die Luftfeuchtigkeit relativ gering, d.h. man ist nicht sofort klatschnass geschwitzt.
Was uns auch aufgefallen ist: Das Land ist sehr sauber. Man sieht wirklich nur sehr wenig Müll rumliegen. Dazu sind überall viele Mülleimer positioniert, so dass man eigentlich auch gar nicht auf die Idee kommt, den Müll einfach in die Landschaft zu entsorgen. Auch rund um die schöne Moschee und das Mausoleum in Nurota war alle sehr sauber.
Gute 90 Minuten später tauchte dann (mitten in der Wüste) am Horizont der Aydar Kul-See auf. Eigentlich undenkbar, dass in dieser kargen Umgebung so ein riesiger See zu finden ist. Aydar Kul ist etwa 160km lang und 35km breit, bei einer Gesamtfläche von etwa 3000 Quadratkilometern. Damit ist er ungefähr so groß wie das Saarland. Entstanden ist der See erst um 1969 herum, und durch menschliche Eingriffe. Wasser, dass eigentlich aus einem anderen Stausee umgeleitet werden sollte, landete letztendlich dort, wo sich nun der Aydar Kul befindet.
Mit seinem schönen, feinen Sandstrand hält hier jeder Tourist zumindest kurz für einen Badestopp an. Eine Weile muss man durch das flache Wasser gehen, bis man mal bis zum Bauch im (heute 30 Grad warmen) Wasser steht.
Im Laufe der Jahre haben sich viele Tiere angesiedelt. So gibt es Pelikane, Schwäne, Reiher und verschiedene weitere Zugvögel. Zudem ist der See auch bei Anglern sehr beliebt. Zander, Karpfen, Brassen und Rapfen finden sich in großer Anzahl im Aydar Kul.
Gegen 19:30 Uhr erreichten wir dann unsere Unterkunft, das Jurtencamp “Sputnik Navoi”. Es ist sehr schon gelegen, aber im Vergleich zu den Camps in der Mongolei doch deutlich luxuriöser… soll uns Recht sein.
Wir kamen gerade rechtzeitig für den Sonnenuntergang und das Abendessen. Am Ende gab es noch eine kleine usbekische Musikeinlage beim Lagerfeuer.
Nun hoffe, ich kann einigermaßen schlafen, denn in der Jurte sind locker noch über 30 Grad. Ich werd jetzt noch kalt abduschen, vielleicht hilft das ja ein wenig.
Morgen geht`s schon weiter nach Buchara, wo wir dann wieder zwei Nächte im (hoffentlich) klimatisierten Hotel verbringen werden.
Schöne Grüße aus der Wüste und bis morgen ![]()