Freitag, 06.11.: Wie befürchtet hatte das Wetter heute leider etwas gegen unseren Bootsausflug. Den ganzen Tag war es bewölkt, sehr windig und zeitweise regnete es auch ![]()
Also musste ein Alternativprogramm her: Mit dem Taxi fuhren wir zum Chateau de Labourdonnais, ein im 19. Jahrhundert erbautes Anwesen im Kolonialstil, dass sich auch heute noch im Familienbesitz der damaligen Erbauer befindet.
Alle Räume wurden aufwändig restauriert. Eine Klimaanlage brauchte man damals übrigens nicht. Man öffnete einfach die unzähligen Türen des Chateaus und hatte somit ständig einen ordentlichen Durchzug.
Ein Teil des Hauses wurde zum Museum umfunktioniert. Einen ganzen Raum davon nehmen Bilder, Karten und Bücher zur Geschichte von “Paul & Virginie” ein. Ähnlich wie der Dodo begegnen einem die beiden Figuren überall. In Hotels, Restaurants, als Stauen usw. Paul und Virginie sind auf Mauritius allgegenwärtig (unser Hotel heißt übrigens auch so). Doch wer sind die beiden? Paul und Virginie sind die Hauptfiguren im gleichnamigen Roman von Jaques-Henri Bernardin Mitte des 18. Jahrhunderts. Dabei verliebt sich der aus einfachen Verhältnissen stammende Paul in die in wohlhabender Familie aufgewachsene Virginie. Diese wird von Ihren Eltern aber zur Ausbildung nach Frankreich geschickt, ihr armer Freund bleibt zurück. Doch Virginie`s Sehnsucht ist so stark, dass sie kurze Zeit später mit dem Schiff “St. Geran” zurück nach Hause fährt. Wenige Kilometer vor der Nordküste von Mauritius zerschellt das Schiff jedoch und Virginie stirbt in den Fluten… vor den Augen von Paul, der das Drama vom Ufer aus miterleben muss. Kurze Zeit später stirbt auch er, an gebrochenem Herzen. Das Schiff und den Unfall gab es wirklich, die beiden Figuren sind erfunden. Hat ein bisschen was vom Film “Titanic”.
Zurück zum Chateau: Rund um das Kolonialgebäude wurde ein sehr schöner Garten mit vielen alten und exotischen Pflanzen angelegt, untern anderem über 100 Jahre alte Mango-, Muskatnuss- oder Gewürznelkenbäume.
Ein Tiergehege gibt es auch, mit vier wirklich sehr, sehr großen (und wahrscheinlich alten) Landschildkröten.
Auf dem Gelände existiert auch eine durchaus große Rumdestillerie. Im Eintrittspreis mit enthalten ist eine entsprechende Verkostung. Nach den Säften und ein paar Fruchtgelees war ich dann raus.
Die Rumverkostung war dann reine Frauensache bei uns.
Das Urteil viel gemischt aus. Einige Sorten haben wohl recht gut geschmeckt. Allerdings ist Sindy grundsätzlich nicht die große Rumtrinkerin.
Auf dem Rückweg stoppten wir kurz im “Grand Baie”. Laut meinem schlauen Reiseführer ist der Ort so eine Art “Cote D`Azur” von Mauritius, also der Platz für die Schönen und Reichen. Dazu ist es wohl der einzige Ort auf Mauritius, wo es eine Art Nachtleben gibt. Wir bummelten ein bisschen durch Einkaufsstraße, am Hafen und am Stadtstrand und kehrten dann wieder in unser Hotel zurück.
Die Flagge von Mauritius (siehe unten) bzw. die entsprechenden Farben haben für die Einwohner eine wichtige Bedeutung:
Rot – steht für den Kampf um die Unabhängigkeit
Blau – symbolisiert den indischen Ozean
Gelb – steht für das Licht der Unabhängigkeit
Grün – symbolisiert die üppige Vegetation der Insel
Am späten Nachmittag fing es dann so richtig an zu regnen wie aus Kübeln, und es sollte zunächst auch nicht aufhören. Zum Glück waren wir da schon wieder zurück im Hotel.
Sogar dem kleinen Vögelchen war es zu stürmisch draußen, so dass er auf unserem Balkon Unterschlupf suchte. Die kleine grüne Eidechse sahen wir vor zwei Tagen als wir auf unser Taxi warteten.
Zum Abendessen hatte sich das Wetter wieder ein bisschen beruhigt, so dass wir unser letztes Dinner hier im Norden entspannt genießen konnten.
Morgen geht es dann in den Süden, den wohl landschaftlich etwas interessanteren Teil der Insel. Vom Wetter her sollte es eigentlich ganz gut werden, aber das kann sich hier schnell ändern.
Letzte Grüße aus unserem schönen Veranda Paul & Virginie-Hotel in Nord-Mauritius ![]()