Montag, 04.08.: Heute stand also die Besichtigung der Altstadt von Fès auf dem Programm. Unser “Local guide” nannte sich Nihat und legte direkt vor der Karte los mit seinen Erläuterungen. Hier uns da redete er ein wenig leise oder / und undeutlich, aber ich glaube es war auch nicht so schlimm, wenn man nicht alles verstanden hat
Zunächst fuhren wir auf einen Aussichtspunkt hoch über der Stadt, der uns einen kleinen Eindruck von der riesigen Medina gab.
Bevor wir uns dann in die Gassen der Altstadt stürzten, besuchten wir noch eine Töpferei, in der z.B. die Tajines hergestellt werden, aus denen wir fast jeden Tag essen dürfen. Eigentlich recht einfach: Rohmaterial (Lehm bzw. Ton) mit Wasser mischen, und so die entsprechend benötigte Konsistenz erhalten, dann Formen, im Ofen aushärten und (bei Bedarf) bemalen. Fertig! Leider dauert das ganze in der Realität deutlich länger.
Noch viel aufwendiger ist die Herstellung der (für Marokko) bekannten Mosaike. Das ist wirklich die reinste “Fummelarbeit” und wäre ja so gar nichts für mich. Sowohl das “Zurechtschlagen” der einzelnen Stücke, als auch das Zusammensetzen und Bemalen der einzelnen Steinchen erfordert höchste Präzision und Konzentration.
Dann ging es aber ab in die Medina. Als Besucher merkt man schnell, dass man ohne einen einheimischen Führer hier schnell verloren gehen könnte. Es sind (selbst auf den ersten Blick) wirklich unzählige Gassen, die durch die Stadt führen. Auch wenn wir über vier Stunden unterwegs waren, haben wir gewiss nur einen Bruchteil der insgesamt 9.000 (!!!) Gäschen gesehen. In der im 8. Jahrhundert erbauten Medina leben heute noch über 800.000 Menschen. Nun kann man sich vielleicht noch besser vorstellen von welcher Dimension wir hier größenmäßig sprechen. Diese einzigartige Altstadt wurde daher längst zum UNESCO Weltkulturerbe hinzugenommen.
In vielen Gassen sind Märkte zu finden, wo hauptsächlich Lebensmittel und Bekleidung zu erwerben sind.
Katzen sind sind in der Medina allgegenwärtig und werden von den Bewohner geduldet. Denn wo Katzen sind, sind keine Ratten oder Mäuse.
In einem kleinen Restaurant wählte ich heute zum Mittagessen eine Pastille. Die ungewöhnliche Füllung aus Hähnchenfleisch, Zwiebeln, Safran, weiteren Kräutern, Zimt und Zucker schmeckte ein wenig nach Weihnachtsgebäck. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie lecker. Zum Nachtisch gab es saftige und sehr intensiv schmeckende Melonen.
Weiter ging es mit der Tour durch die Medina. Da alle Häuser quasi ineinander hineingebaut sind, so sind auch Moscheen, Schulen oder auch eine Universität keine allein stehenden Gebäude, sondern in diesen Komplex mit integriert.
Wie geschrieben… bei Begehen der Medina kann man nicht ansatzweise abschätzen, wie riesig diese ist…
Wir stoppten kurz noch bei einer Weberei und konnten bestaunen, wie auch heute noch auf traditionelle Art und Weise tolle uns hochwertige Decken, Tücher oder Kleider hergestellt werden.
Der Finno musste auch heute wieder als Testperson herhalten
Eines der bekanntesten Bilder der Medina von Fès ist der Ausblick auf die Färberei. Hier wird Leder in riesigen Lehmtöpfen unter Zugabe von natürlichen Farbstoffen bearbeitet und die entsprechende Farbe verpasst. Für Leute mit feinen Nasen ist das aber nichts. Deswegen bekommt auch jeder Besucher beim Eintritt ein frisches Stück Minze gereicht, an dem man gerne schnuppern kann, wenn es zu streng wird.
Gegen 16:30 Uhr waren wir dann wieder zurück am Hotel. Und während der Finno einen kleinen Nachmitttagsschlaf einlegte, suchte ich ein witziges Fitnessstudio ganz in der Nähe auf. Für schlanke 30 Dirham (3€) konnte ich mal ein kleines Training hinlegen.
Unsere Reiseleiterin Sara hatte heute Abend frei. Im marokkanischen Restaurant gegenüber unseres Hotels war die Stimmung trotzdem wieder ausgezeichnet. Zum Showdinner reichte uns heute auch der (vermutliche) Besitzer, der Kellner, Tänzer, Animateur und Fotograf in einem war.
Nach dem schönen Tag heute, geht es morgen auf die lange Fahrt in die Sahara. Wir planen aber dort am späten Nachmittag anzukommen, so dass wir den Sonnenuntergang noch sehen können.
Bis morgen dann