Tag 2: Taipeh City Tour

Montag, 16.03.: Nach dem etwas verschlafenen Tag gestern startete meine Taiwan-Rundreise heute also so richtig. Doch bevor ich mit der Zusammenfassung des Tages starte, gibt`s (wie immer) ein paar Basisinfos zudem Land, in dem ich mich gerade befinde:

Taiwan ist ein Inselstaat in Ostasien, der vor der Südostküste China`s liegt. Mit etwa 36.000 Quadratkilometern ist Taiwan etwa so groß wie Baden-Württemberg, also recht überschaubar. Die knapp 24 Millionen Einwohner sprechen Mandarin-Chinesisch, allerdings ist das alte Taiwanesisch immernoch zu 70% in der Bevölkerung verbreitet. Rechnungen zahlen die Taiwanesen mit dem Taiwan-Dollar, wobei etwa 38 dieser Taiwan-Dollar einem Euro entsprechen. Der höchste Berg der Insel ist der Yushan (Jadeberg) mit stattlichen 3952m. (Für mich) Noch beeindruckender ist allerdings die Tatsache, dass es über 200 (!!!) weitere Gipfel über 3.000m gibt. Faktisch ist Taiwan ein eigenständiger Staat mit eigener Regierung, Militär und Währung. Allerdings deklariert China den Inselstaat seit langem als ihr Territorium. Dabei berufen sich die Chinesen auf die Kairoer Erklärung von 1943, als die Alliierten China die Rückgabe Taiwans nach Ende des zweiten Weltkrieges versprachen. Das Verhältnis der beiden Staaten ist also seit längerem sehr angespannt, da China Taiwan auch durch diplomatischen Druck weitgehend isoliert hat. Die Taiwanesen allerdings haben gar keine Lust ein teil China`s zu sein, und bestehen sehr auf Ihre Unabhängigkeit und Souveränität. So viel mal zu den Grundlagen meines ersten Urlaubsziels Smile

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Weiter geht`s mit dem heutigen Tag: Nach dem (etwas gewöhnungsbedürftigen taiwanesischen) Frühstück starteten wir unsere Citytour durch Taipeh. Grundsätzlich gibt es sehr viele Möglichkeiten sich in der Stadt fortzubewegen. Viele nutzen einen Motorroller, einige haben ein Auto, andere fahren Fahrrad (entweder man hat ein eigenes, oder man nimmt sich eines der unzähligen Leihfahrräder, die man überall in der Stadt findet). Wir nutzten heute den ganzen Tag die gut ausgebaute U-Bahn der Stadt.

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Die Metro ist wirklich sehr einfach zu benutzen, schnell (aller 3 min kommt ein Zug) und sehr sauber. Deshalb ist Essen und Trinken (außer Wasser) in den Zügen und an den Bahnsteigen auch strengstens verboten.

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Allgemein ist uns heute aufgefallen, dass die ganze Stadt sehr sauber und aufgeräumt erscheint. Das heißt nicht, dass es nicht auch alte und baufällige Häuser gibt (davon gibt es genug). Trotzdem findet man in Taipeh kaum Ecken, die vollgemüllt oder schmuddelig sind. Sehr angenehm! Angenehm ist im übrigen auch das Wetter. Am Tag hatten wir heute etwa 26 Grad, in der Nacht kühlt es momentan nicht unter 15 Grad ab.

Mit der Bahn fuhren wir zwei Station zu unserem ersten Stopp des Tages, dem “Longshan-Tempel”. Eigentlich handelt es sich dabei um mehrere verschiedene Tempel, die alle Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurden. Die meisten Taiwanesen sind Buddhisten, wobei im Land auch viele andere Religionen gelebt werden. Ein bisschen ungünstig (für meinen Geschmack) ist die Lage der Tempelbauten. Mitten im belebten Stadtteil Ximen findet sich die eigentlich schöne Anlage eingerahmt von älteren und unschönen Gebäuden.

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Viele Stufen bergauf ging es dann für uns den “Elephant-Hill” hinauf. Oben wurden wir mit einem schönen Rundumblick über die Stadt belohnt.

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Der Taipeh 101 war bis 2010 das höchste Gebäude der Welt (508m). Seine Form ist angelehnt an die Struktur eines Bambusastes. Da Taiwan durchaus auch als Erdbeben-Risikogebiet bekannt ist, wurde der Wolkenkratzer entsprechend stabil und trotzdem flexibel konstruiert, dass ihm ein Erdbeben nichts anhaben kann. Die Besichtigung des Taipeh 101 (101 Stockwerke, daher der Name) ist für den vorletzten Tag der Tour geplant.

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Unser Mittagessen nahmen wir in einer der unzähligen kleinen Garküchen mitten in der Stadt ein. Bei der “Restaurantauswahl” gilt stets: Ist vor dem Eingang eine Menschenschlange, ist das Essen gut! Also warteten wir kurz, und bekamen dann (in meinem Fall) köstliches “Minced Pork” mit Reis serviert (für etwa 80 Cent).

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Taipeh ist mit etwa 2,7 Millionen Einwohnern (Metropolregion über 7 Millionen) die größte und wichtigste Stadt der Insel. Sie gilt als eine der modernsten Städte Ostasiens, verbindet aber traditionelle chinesische Kultur mit westlichen und japanischen Einflüssen. Das stellt man bei einem Blick in die einzelnen Geschäfte fest. Taipeh ist bunt, kitschig, westlich und modern, gleichzeitig aber an viele Ecken auch noch sehr traditionell.

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Ein absolutes Highlight der Stadt ist das riesige Areal um die Gedächtnishalle des früheren chinesischen Politikers und Militärführers Chiang Kai-Shek (1887-1975). Bereits durch das prunkvolle Eingangstor hat man einen tollen Blick auf die 70m hohe, aus weißem Marmor und blauen Ziegeln gebaute Halle, in dessen Inneren sich seine riesige Statue des auch für Taiwan bedeuteten Chiang befindet. In den unteren Stockwerken des Gebäudes befinden sich mehrere Ausstellungen, sowie einige Souvenirshops.

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Ebenso sehenswert: Das neue Nationaltheater (links) sowie die Konzerthalle (rechts)

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Wir hatten Glück, und kamen passend zur vollen Stunde zur Wachablösung.

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Am späten Nachmittag bzw. Abend erkundeten wir dann die Altstadt Taipeh`s. Hier fanden wir ähnlich viele Geschäfte, Garküchen und kleine Restaurants wie in der restlichen Stadt. Nur viel mehr Laternen und ältere Gebäude, dafür deutlich weniger Verkehr (auch wenn der in anderen asiatischen Städten noch deutlich schlimmer ist).

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Schnell war das Abendessen gefunden: Streetfood war angesagt: Bao Buns mit Schweinefleisch, Korianer und gehackten Erdnüssen. Ein Traum Smile

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Am Ufer des “Tamsui-Flusses” wurden noch ein paar alkoholische Getränke (natürlich nicht für mich Winking smile) serviert, bevor dann alle zurück ins Hotel gingen.

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Morgen klingelt der Wecker leider schon wieder sehr früh, denn mit dem Bullet-Train fahren wir Richtung Süden. Ich freue mich nun auch darauf, etwas von der Insel zu sehen.

Übrigens: Wir sind hier der deutschen Zeit 7 Stunden voraus.

Gute Nacht dann mal und bis morgen Smile