Dienstag, 17.03.: Heute klingelte der Wecker also um 4:45 Uhr. Und das zuzüglich des leichten Jetlags mit dem ich mich auch noch herumärgere. Natürlich gab es zu dieser Zeit im Hotel noch kein Frühstück, weshalb wir ein kleines Lunchpaket (im typisch farbenfrohen “Taiwanstyle”) erhielten.
Punkt um 6 waren wir dann am Bahnhof um unseren Schnellzug nach Taichung zu bekommen. Hätte ich gar nicht gedacht, dass es auf dieser vergleichsweise kleinen Insel einen 300km/h schnellen Zug gibt. Uns war es Recht, denn so waren wir nach einer knappen Stunde angekommen. Überflüssig zu erwähnen: Der Zug war zwar nicht der Allerneuste, dafür aber topsauber und sehr komfortabel.
Kaum waren wir aus Taipeh raus änderte sich auch die Landschaft komplett. Irgendwo auf der Insel muss ja schließlich Platz sein für so viele Berge über 3.000m.
Weitere 90 Minuten waren es noch mit dem Bus zum “Shuanglong Bunun Village” einem der wenigen Dörfer in Taiwan, in dem noch Ureinwohner der Insel leben. Von den knapp 24 Millionen Menschen sind nur etwa 2% Indigene. Die meisten dieser leben in Dörfern in Zentraltaiwan (so wie in dem, dass wir heute besuchten). Hier können Sie auch noch Ihre eigenen Traditionen beibehalten und Ihre (sehr) eigene Sprache sprechen. Wir wurden Teil eines Begrüßungsrituals und bekamen (zumindest für unserem Aufenthalt in dem Dorf) neue Namen. Ich hörte also auf den Namen “Ibi” ![]()
Eine kleine Wanderung führte uns zunächst über eine (sehr stabile) und 350m lange Hängebrücke…
…zum Shuanglong-Wasserfall. Laut dem Schild vor Ort soll der Wasserfall (in mehreren Etagen) insgesamt 800m hoch sein. Ganz so hoch ist er (meines Erachtens) nicht, trotzdem absolut sehenswert.
Auf dem Rückweg durchquerten wir eine Art Bambuswald (auch in Taiwan ein wichtiger Rohstoff). Kann mich nicht erinnern, dass ich mal so dicke Bambusstämme gesehen habe.
Zum Mittagessen wurden wir traditionell bekocht. Dabei nutzen die Dorfbewohner fast nur Produkte aus der eigenen Umgebung. Manche waren dabei geschmacklich durchaus gewöhnungsbedürftig…
Eine weitere Tradition der indigenen Dorfbewohner ist das Feiern der verschiedenen Landwirtschaftsjahreszeiten. Davon gibt es nämlich insgesamt 8 Stück. Das geht von der Vorbereitungszeit über das Aussähen und das Ernten bis zur Ruhezeit Ende des Jahres. Teile dieser Zeiten werden auf flache Steine gemalt. Jeder von uns musste bzw. durfte sich hier auch einmal künstlerisch entfalten. Ihr dürft gerne erraten, welcher Stein im Bild unten rechts meiner ist
Eventuell löse ich das Rätsel im Blog morgen auf ![]()
Am Nachmittag erhielten wir dann zum Abschluss noch einen Rundgang um das Dorf. Man hat sich für uns wirklich sehr viel Mühe gegeben und sich gut um uns gekümmert. Trotzdem hätte ein halber Tag in dem Dorf bestimmt auch ausgereicht.
Unser “Tagesziel” erreichten wir dann am frühen Abend. Für zwei Nächte werden wir hier am Sonne-Mond-See bleiben, laut meinem Reiseführer eines der Naturhighlights der Insel. Es war noch Zeit für einen kurzen Orientierungsspaziergang durch den gleichnamigen Ort…
…sowie für ein Abendessen. Einige von uns machten es sich in einem Restaurant bequem, ich hab mich wieder bei den zahlreichen Streetfoodständen umgesehen.
Der Tag morgen steht komplett im Zeichen des See`s, denn auf dem Programm steht eine Radtour um den See herum (etwa 30km). Zu anstrengend wird es wohl aber nicht, denn uns werden recht leistungsfähige E-Bikes zur Verfügung gestellt. Zum Glück geht es auch nicht ganz so zeitig los, so dass ich heute Nacht mal ein bisschen länger schlafen kann.
Bis morgen und Grüße von Ibi ![]()