Mittwoch, 18.03.: Der heutige Morgen begann wieder mit einem asiatischen Frühstück, dass sich doch grundlegend vom europäischen bzw. kontinentalen Frühstück unterscheidet. Kurz gesagt: Für den Außenstehenden ist es schwer einzuschätzen, um welche Mahlzeit es sich handelt, denn die Taiwanesen essen gerne auch am Morgen schon Reis- oder Nudelgerichte, Suppen, Dumplings, Bao Buns oder auch Pommes Frites. Für die paar “Nicht-Asiaten” wird noch ein bisschen Brot oder (wenn es ganz gut läuft) ein paar Cornflakes gerichtet.
Gegen 9:30 Uhr ging es dann ans Briefing und die Materialauswahl für unsere heutige Fahrradtour um den Sonne-Mond-See herum. Wir wurden mit wirklich guten und leistungsfähigen E-Bikes, dafür aber mit ziemlich hässlichen Helmen ausgestattet.
Dann konnte es auf den etwa 30km langen Rundweg um den See losgehen.
Zunächst fuhren wir eine Weile an der Straße entlang, bevor wir dann auf einen schönen Radweg direkt am See abbogen.
Unseren ersten Stopp legten wir an der “Ci`en Pagode” ein. Auf einer kleinen Anhöhe gelegen, hatten wir von diesem schönen 48-Meter hohen Turm einen tollen Blick auf den See.
Der Name des Sees stammt übrigens von seiner Form. An der Ostseite ist er rund (—> Sonne), an der Westseite sicherförmig (—> Mond). Mit knapp 8 Quadratkilometern Fläche ist der Sonne-Mond-See der größte See Taiwans. Er liegt mitten in der Bergen auf einer Höhe von 748m. Seit 1919 ist er kein reiner Natursee mehr, sondern wird durch einen Damm auch als Staussee und Wasserkraftwerk genutzt. Dadurch wird das Wasser ständig aktiv bewegt und bleibt dadurch relativ klar und sauber… daher die schöne blaue Farbe.
Inzwischen ist der See auch eine echte Touristenattraktion, denn am Ufer finden sich viele Restaurants und Hotels. Daher war es auch ziemlich leicht ein Restaurant für unser Mittagessen zu finden.
Ziemlich beeindruckend fand ich die “Wen Wu”-Tempelanlage, der auch direkt am Ufer (ein bisschen erhöht) liegt. Während einiger Erdbeben wurden die Gebäude immer wieder beschädigt und renoviert. Heute strahlen seine 4 großen und prunkvoll geschmückten Tempelgebäude wieder, und sind ein wahrer Magnet für Touristen.
Vom Garten über den Dächern der Tempel hatte man wieder eine tolle Sicht auf den See.
Über die Tierwelt in Taiwan habe ich bisher leider noch nicht so viele Worte verloren, doch diese ist überraschend vielfältig. Da die meisten Tiere (vor allen die endemischen) in den Bergen leben, bekommt man diese leider nur recht selten zu sehen. Das Symboltier des Landes ist beispielsweise der “Formosan Schwarzbär”. Sein Markenzeichen ist ein weißes “V” auf der Brust. Ebenso gibt es einige Affen- , Wildschwein- und Wildarten, die sich nur in den taiwanesischen Bergen und Wäldern rumtreiben. Keine Hoffnung habe ich leider auch den seltenen Wolkenleopard zu sehen. Ein bisschen besser sieht es dafür bei den Vögeln und Insekten aus. Vor allem letztere (insbesondere Schmetterlinge) sind hier häufig zu sehen und wirklich sehr groß und schön. Es gibt auch einheimische Giftschlangen, aber auch diese sind selten und flüchten eher, als dass sie gefährlich werden können. Für Taucher und Schnorchler bieten die Riffe im Süden einiges. Hier kann man kleine Haiarten, Delfine, Meeresschildkröten und einige Korallenriffe finden. Heute kreuzte eine größere Gruppe Affen unseren Weg.
Für ganz faule oder ältere Menschen gibt es sogar eine Seilbahn, mit der man auf einen Berg hinauffahren und somit die Aussicht genießen kann.
Auf Vorschlag unseres amerikanischen Teilnehmers Trent (Bild unten rechts) kehrten wir zum Dinner in einem Restaurant ein, dass ganze BBQ-Hähnchen (mit Kopf und Füßen) servierte. Die mussten natürlich erst einmal “fachmännisch” auseinander genommen werden.
Morgen fahren wir weiter südlich Richtung Tainin, wohl eine sehr historisch sehenswerte Stadt.
Grüße vom sun-moon-lake und bis morgen ![]()