Tag 12: DMZ (Demilitarisierte Zone)

Donnerstag, 26.03.: Eigentlich hatte ich bei meiner heutigen Hotelübernachtung auch das Frühstück mitgebucht. Doch anstatt eines Frühstücksvouchers fürs Hotel erhielt ich eine Art Stadtplan, auf dem meine möglichen Frühstücksoptionen aufgezeichnet waren. Da wäre dann wohl mein Voucher gültig. Fast eine halbe Stunde stand ich dann bei so ner Toastbude an, bis ich dann gesagt bekommen habe, dass der Voucher in dieser Filiale gar nicht gültig ist. Also bezahlte ich meinen Toast dann selber Sad smile

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Für heute hatte ich mir also einen Ausflug in die Demilitarisierte Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südkorea gebucht, und war wirklich gespannt darauf. Nach dem Ende des Koreakrieges 1953 wurde auf beiden Seiten der Grenze eine 2km lange Sperrzone erreichtet, also ist die komplette DMZ 4km breit und 248km lang. Das Verhältnis der beiden Länder ist auch heute noch sehr angespannt. So führt keine Straße, keine Zugverbindung und kein Wanderweg ins jeweilige andere Land. Auf dem Landweg ist es also unmöglich die Grenze zu passieren. Es wurde 1953 “nur” ein Waffenstillstand vereinbart. Einen Friedensvertrag gibt es nicht. Auch deshalb gilt die Grenze zwischen den beiden Korea`s als bestbewachte Grenze der Welt. Während sich direkt in der DMZ nur eine sehr geringe Anzahl an Soldaten aufhalten dürfen (wegen des Waffenstillstandes), sichern auf beiden Seiten über 500.000 Soldaten das weitere Grenzgebiet ab. Interessant ist die DMZ übrigens nicht nur aus politischen Gründen: Zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben hier eine Heimat gefunden. So werden in der DMZ sogar Leoparden und sibirische Tiger vermutet. Für viele Zugvögel ist die DMZ ein wichtiger Stopp beim Flug in den Süden.

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Von Seoul aus fährt man etwa eine Stunde bis man in den Grenzbereich kommt. Wo man sich in etwa befand, merkte man auch an den Fahrzeugen, die einem entgegenkamen.

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Kurz vor der DMZ stoppten wir für eine kleine Wanderung zur “Gamaksam-Hängebrücke”. Unser Guide Kenny (Bild links) erklärte wirklich sehr viel, und alles sehr verständlich und nachvollziehbar.

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Immer wieder liefen wir an alten Bunkern oder Militäraussichtsplattformen vorbei…

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Die Brücke selbst ist etwa 150m lang, mitten in der Natur gelegen, und vor allem wegen ihrer Nähe zur DMZ bekannt.

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Wir fuhren weiter nördlich, und stellten immer mehr fest, wie gut und genau die Grenze bewacht wird: Überall Kameras, Riesige Stacheldrahtzäune, viele Checkpoints, Passkontrollen aller Touristen (ohne Pass, keine DMZ) usw.

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Kurz vor der DMZ liegt der kleine Ort Imjingak, ein Mix aus Freilichtmuseum, Gedenkstätte und Souvenirshop. Von hieraus führt auch eine Seilbahn hinüber zur DMZ.

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In einem kleinen Häuschen konnte man sogar original nordkoreanische Geldscheine kaufen. Ein netter Holländer hat sie mir für ein Foto zur Verfügung gestellt.

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Mit dem Bus ging es nun (endlich) hinüber auf den Grenzstreifen (selbstverständlich nur auf der südkoreanischen Seite). Die alte Aussichtsplattform (Bild links) wurde vor ein paar Jahren gegen das neue dreistöckige “Dora Observatory” (Bild rechts) ausgetauscht. Leider durfte man weder vom Gebäude, noch vom Blick Richtung Nordkorea Fotos machen, daher habe ich mich mal bei einigen Bildern im Netz bedient.

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Vom Dach des Observatoriums (Bild links) konnte man (auch mit Hilfe der Ferngläser) deutlich bis weit hinüber nach Nordkorea schauen.

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So ungefähr sah es in Wirklichkeit auch aus. Den 160m hohen Fahnenmast mit der 270kg schweren Flagge Nordkoreas sowie das kleine Dorf konnte man richtig gut erkennen.

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Das Highlight des Tages heute war aber die Besichtigung des 3. Infiltrationstunnels. Während seit 1953 oberirdisch die Zeit scheinbar stehen geblieben ist, wurden im Laufe der 1970er Jahre insgesamt 4 Infiltrationstunnel gefunden, die die Nordkoreaner gegraben hatten, um so unbemerkt unter der DMZ hindurch nach Südkorea zu gelangen. Lauf Berichten von Überläufern soll es wohl noch viel mehr Tunnel geben, die bisher aber noch nicht lokalisiert wurden. Tunnel 3 verläuft etwa 1,6km unter der Erde und hätte genug Platz geboten um bis zu 30.000 Soldaten unterirdisch nach Südkorea zu bringen.

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Der Eingang des Tunnels liegt etwa 800m entfernt von der Grenze (siehe meinen Standort).

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Im Tunnel selber waren Foto`s natürlich wieder NICHT erlaubt. Daher wieder ein paar Bilder aus dem Netz, die es aber wieder ganz gut treffen. Erst geht man 400m mit einem Gefälle von 11% nach unten (Bild links)…

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… dann noch einmal fast 300m flach in Richtung Nordkorea, bis man 170m von der Grenze auf 3 Mauern trifft, die das Weitergehen verhindern. Weiter als 170m kommt man als nicht an Nordkorea heran… aber immerhin Smile

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Es war auf jeden Fall eine hochinteressante Tour. Sowohl die einzelnen Orte, als auch die Erklärungen von Kenny haben definitiv einen spannenden Einblick gegeben.

Gerade rechtzeitig kam ich um 18 Uhr im Hotel an, um noch am Welcome-Meeting mit der neuen Gruppe teilzunehmen. Dieses mal sind wir nur zu siebt und ich habe ein Einzelzimmer, was natürlich eine gute Sache ist. Der neue Guide heißt Rob, ist absolut gut drauf und schon sehr lange bei G-Adventures. Also sollte er sich ja gut auskennenSmile Zum ersten Dinner wurde gleich mal eine Art “Hot Pot” serviert. Dabei wird direkt in einer Aussparung am Tisch eine Beef-Nudelsuppe gekocht. Dazu gibt es eine Reihe von Beilagen, die mit der Suppe und dem Reis kombiniert werden können.

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Nach einem kurzen Orientierungsspaziergang ging es dann auch schnell auf die Zimmer…

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War ein toller und spannender Tag heute. Morgen geht es dann direkt wieder raus aus Seoul in den Süden…

Bis morgen Smile