Tag 13: Jeonju

Freitag, 27.03.: Der heutige Tag begann ganz entspannt, da wir erst um 11 Uhr fertig gepackt in der Lobby sein mussten. Grund genug für mich vorher noch ein bisschen aktiv zu werden. Eine gute Aussicht versprach ich mir vom Berg des Seoul-Towers zu haben. Es war zwar ein bisschen diesig, aber ich versuchte es trotzdem. Das südkoreanische Navi, dass ich mir extra geladen hatte (Google Maps funktioniert hier nicht) zeigte 2,2km an, schien also machbar. Was das Navi leider nicht anzeigte: Die 2,2km bestanden fast ausschließlich aus Treppenstufen… puuuuuhhhh. Dauerte dann doch ein bisschen länger als erhofft.

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Und oben? Nochmal “puuuuuhhhhh”! Noch mehr Dunst über der Stadt, und so gut wie keine Sicht. Sad smile Naja, zumindest habe ich mich gleich mal am Morgen ein bisschen bewegt.

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Also alle Stufen wieder runter und zurück zum Hotel.

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Weiter ging es mit der Metro zum Hauptbahnhof Seouls. Schon deutlich unübersichtlicher, das Metronetz im Vergleich zu Taipeh.

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Der Schnellzug in Südkorea heißt “KTX” und ist hier zu 90% immer pünktlich. Da könnte sich die Deutsche Bahn mal ein Beispiel nehmen.

Höchste Zeit, dass ich Euch mal die neue Gruppe vorstelle. Von unten nach oben: Robert (Guide), Lydia (Kanada), Dee (Kanada), Jenny (Irland), Ali (England), Sally (England) und Geoff (Australien). Bemerkenswert: Es sind insgesamt drei Reisende über 70 dabei (Dee, Lydia und Geoff), und alle sind wirklich noch topfit und jung geblieben, dazu auch ziemlich lustig Smile

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Etwa zwei Stunden dauerte es bis wir an unserem heutigen Zielort “Jeonju” ankamen. Die etwa 650.000 Einwohner zählende Stadt ist vor allem für Ihr großes “Hanok”-Dorf bekannt. Heute übernachten wir auch in so einem Haus. Von außen sehr schön und aufwendig…

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…von innen eher simpel.

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Hanoks sind alte, traditionelle Wohnhäuser der Koreaner, die vor allem durch ihre großen, geschwungenen Dächer auffallen. Mit etwa 750 gut erhaltenen, und teilweise restaurierten Häusern ist das Dorf in Jeonju das mit Abstand größte Hanok-Dorf in Südkorea. Das Besondere ist auch, dass es kein Museum ist, sondern ein lebendiges Dorf, in dem die meisten Häuser auch noch bewohnt sind.

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Ein bisschen schade ist allerdings, dass sehr viele Häuser bereits zu Souvenirshops, Restaurants oder Gästehäusern “umgerüstet” wurden. Trotzdem strahlt das Dorf noch einen gewissen Charme aus.

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Für viele (vor allem asiatische) Touristen ein Muss: Das Erkunden des Dorfes in einem “Hanbok” (traditionelle Kleidung). Besonders toll sind dabei die farbenfrohen Kleider für die Damen. Farblich abgestimmt werden aber auch die Männer und Kinder mit entsprechenden Kostümen versehen.

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Mit Stufen kannte ich mich ja heute bereits bestens aus. Da machten die paar zusätzlichen Treppen zum Aussichtspunkt auch keinen großen Unterschied mehr. Von oben konnte man super die geschwungenen Dächer sehen. Was ein bisschen schade ist: das Hanok-Dorf geht quasi direkt in die “normale Stadt” Jeonju über. Wäre deutlich schöner, wenn das Dorf ein wenig außerhalb bzw. separat liegen würde.

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Beim Thema Religion sind die Südkoreaner übrigens sehr tolerant und flexibel. Über 50% der Bevölkerung ist gar nicht gläubig, etwa 25% sind Christen und weitere 20% bekennen sich zum Buddhismus. Es gibt noch einige kleinere Religionen, die aber nicht weiter erwähnenswert sind. Mitten im Hanok-Dorf steht ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, die Kathedrale.

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Schaut mal wie voll unser Dinnertisch heute war (gestern sah er ja schon so ähnlich aus). Südkoreaner arbeiten grundsätzlich immer mit sehr vielen kalten Beilagen, die dann durch einen warmes Gericht (meistens Fleisch oder Fisch) sowie warmen Reis ergänzt werden. Den Reis und das Hauptgericht bekommt jeder für sich, die Beilagen sind zum Teilen für alle. Bei fast jedem Essen ist “Kimchi” in irgendeiner Form dabei. Bei Kimchi handelt es sich um fermentiertes Gemüse (meistens Chinakohl oder Rettich), dass dann oft mit Ingwer, Knoblauch oder Chili (je nach Schärfe) gewürzt wird. Das Ganze schmeckt dann irgendwie würzig-scharf-säuerlich. Durch die Fermentierung wird das Kimchi lange haltbar, ist gut für die Darmgesundheit und reich an Vitaminen und Probiotika. Ich bin mir noch nicht ganz sicher ob mir das Zeug schmeckt. Auf jeden Fall ist es sehr eigen…

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Jetzt bin ich mal gespannt ob ich auf meiner dünnen Matratze einigermaßen schlafen kann… Morgen geht`s dann schon weiter Richtung Süden.

Guuuuuuute Nacht dann mal Smile