Tag 15: Transfer Puno/Cusco

Sonntag, 05.08.:

Hallo und wunderschönen guten Morgen zusammen!

In Peru ist es genau 10:37 Uhr am Morgen und ich sitze im Bus von Puno nach Cusco… Die Fahrt wird voraussichtlich etwa sieben Stunden dauern, so dass ich noch einige Zeit in diesem (allerdings wirklich komfortablen) Sitz verbringen werde. Die peruanischen Busse sind allgemein deutlich geräumiger und angenehmer als die in Bolivien, was laut unserer Guides einfach daran liegt, dass Peru schon viel länger touristisch erschlossen ist… macht Sinn. Das ist auch der Grund warum in Bolivien alles spotbillig war und hier in Peru schon ein wenig teurer ist. Gut, dass ich meine Alpaca-Kollektion also in Bolivien erworben habe Zwinkerndes Smiley.

Wir fahren gerade durchs Hinterland Perus. Eben sind wir ne Weile vor einer Strassensperre gestanden…

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Da der Tag heute wahrscheinlich recht arm an Highlights sein wird, dachte ich, ich stelle Euch mal ein bisschen die Gruppe vor (für diejenigen, die es interessiert und für mich wenn ich das irgendwann in fünf Jahren mal wieder lese Smiley) Über einige weiss ich natürlich noch nicht so viel, da sie erst vor ein paar Tagen in La Paz dazugestossen sind…

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Also, dann leg ich mal los…

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Calum (a.k.a. Colin): So heisst er wirklich… dachte ewig lange, dass er Colin heisst… egal, erhört auf beides. 19 Jahre alt,  aus Südengland. Seit dem Perutrip mein Zimmernachbar, da wir (von insgesamt vier männlichen Passagieren) die einzigen beiden Singles sind (die anderen beiden haben ja Ihre Freundin bzw. Frau dabei). Extremer Typ, der irgendwie immer zwischen Genie und Wahnsinn schwankt. Ist seit mehreren Monaten unterwegs, war vorher lange in Afrika. Nach diesem Trip beginnt er sein Mathematik- und Managementstudium in England. Ist supersportlich, sehr interessiert und hat immer sein Tagebuch dabei, dass er nicht nur als Tagebuch nutzt, sondern auch um mal kurz als Brainstorming alle Staaten mit dazugehörigen Hauptstädten Afrikas aufzuschreiben. Seine Kamera hat er so gut wie immer um den Hals, und fotografiert grundsätzlich alles. Aufpassen muss man bei ihm wenn man in seiner Gegenwart etwas zu essen oder zu trinken öffnet: Man darf es auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen, sonst ist es direkt weg! Er redet im Schlaf ohne Punkt und Komma und ohne mich und meinen Wecker würde er heute sicherlich noch im Hotelzimmer in La Paz liegen und schlafen Zwinkerndes Smiley Auch wenn wir schon einige Jahre auseinander und dazu ziemlich verschieden sind kommen wir super klar…

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Carmila (links) und Tina: Beide Anfang 20 und aus dem Südwesten Norwegens. Sie arbeiten beide im selben Restaurant. Tina ist Chefköchin und Carmila “Chefwaitress”. Beide haben durch zahlreiche Überstunden und angesparten Urlaub vier Monate (!!!) frei und touren durch die komplette Welt… wenn ich das richtig mitbekommen habe waren sie bereits eine Weile in Asien und Afrika unterwegs, machen nun die 45-tägige Tour von Rio nach Lima mit und durchqueren anschliessend noch die USA von San Francisco bis nach New York (schöne Tour habe ich mir sagen lassen Smiley). Beide sind superaufgeweckt (auch wahrscheinlich weil sie immer schon so gegen 9 Uhr ins Bett gehen Zwinkerndes Smiley), immer gut gelaunt, witzig und unternehmungslustig (waren beim Paragliding und Mountainbiking dabei). In Bolivien waren noch zwei Freunde von Ihnen dabei, die allerdings nach La Paz abgereist sind…

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Anusha (links) und Jeanine: Anusha ist glaub ich 20 oder 21 und aus Wales. Sie ist in La Paz zu uns gestossen und war vorher allein einige Wochen in Argentinien unterwegs (wenn ich das richtig mitbekommen habe). Sie studiert in Birmingham und versteht sich ziemlich gut mit meinem Zimmernachbarn Calum (a.k.a. Colin). Insider (die ganze Gruppe) sind sich ziemlich sicher: Da geht nochwas! Zwinkerndes Smiley        Jeanine ist 25 und aus Zürich in der Schweiz. Sie hat die Tour (wie Calum, die Norweger und die Neuseeländerinnen) in Rio begonnen und fliegt von Lima aus zurück. Arbeitet bei ner Versicherung, hat sich aber gerade eine Auszeit gegönnt. Sie hilft der ganzen Gruppe regelmässig durch ihre unglaublichen Sprachkenntnisse, denn sie spricht fliessend deutsch, englisch, französisch, italienisch, (ganz wichtig) spanisch und portugisisch. Ohne sie wäre ich beim Klamottenkauf in Sucre aufgeschmissen gewesen. Sie schreibt ebenfalls ständig Tagebuch (in spanisch), und das mit einer Schrift, die so klein ist, dass ich sie kaum lesen kann. Seit der Abreise der anderen beiden Schweizer (Emmanuel und Tamara) in La Paz ist sie meine einzige Möglichkeit meine Heimatsprache nicht zu verlernen Smiley

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Anna (links) und Hanna: Beide 30 Jahre alt und aus Neuseeland. Sie kennen sich aus Schulzeiten und sind seitdem befreundet. Anna ist Ironmantriathletin und eine Sportmaschine. Demnächst will sie den Shanghai-Marathon mitlaufen (über die chinesische Mauer)… Ist sehr unkompliziert, interessiert, weltoffen und macht wirklich alles mit. Hanna hat zwar auch den neuseeländischen Pass, hat zuletzt aber zwei Jahre in Bangkok und eineinhalb Jahre in Shanghai gewohnt. Ihr Freund ist übrigens Finne. Ihre nächste Destination ist wahrscheinlich Köln. Aktuell ist sie auch gerade mehrere Monate auf “Welttournee”. Wenn ich sie richtig verstanden habe gehts von Lima aus nach Quito in Ekuador, dann noch nach Kanada und Europa, bevor sie dann mit ihrem Freund entscheidet, wos weitergeht. Auch sie ist wirklich unkompliziert, man kommt superschnell mit ihr ins Gespräch. Durch Ihre vielen Erfahrungen an den verschiedenen Orten hat sie viel Interessantes zu erzählen…

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Sabrina und Diego: Über die beiden weiss ich leider noch recht wenig. Obwohl beide sehr nett und immer freundlich sind, machen sie recht viel allein, vielleicht sind sie auch ein wenig schüchtern. Sabrina hatte anfangs massive Probleme mit der Höhe und ist deshalb auch ab und zu abends im Hotel geblieben. Beide sind aus Italien, wohl schon ne Weile zusammen, aber noch nicht verheiratet (glaub ich zumindest Smiley) Sie lebt in der Schweiz am Gardasee und er in Brecia. Diego arbeitet im IT-Bereich. Wie im letzten Blogeintrag geschrieben bestechen sie vor allem durch extreme Resistenz gegenüber einheimischen Speisen und bleiben hartnäckig bei Pizza und Pasta (auch wenn diese nach deren Angaben nicht ganz so gut schmecken wie in Italien). Denke im Laufe der Zeit wird sich sicherlich noch einige Male die Gelegenheit ergeben beide noch näher kennenzulernen…

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Shanks und Anita: Aus Australien und verheiratet. Er arbeitet ebenfalls im IT-Bereich… beide absolut unkompliziert und kontaktfreudig. Machen auch ständig untereinander Witze und nehmen sich selbst auf die Schippe. Ist manchmal einfach lustig den beiden zuzuhören und zuzusehen. Anita hat eine der fiesesten Lachen, die ich jemals gehört habe. Man muss einfach mitlachen! Shanks wird seit gestern nur noch Schäfer Shanks gerufen (weil er und Anita zwei Stunden die Schäfchen hüten durften und uns dabei auslachten wie wir die Zementsäcke schleppten). Supercooles Paar. Glaube, sie waren nach 5 Sekunden in der Gruppe integriert…

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Genevieve (Gen) und Michelle (rechts): beide aus Australien, kannten sich aber vor dem Urlaub nicht. Gen ist in vielerlei Dingen ziemlich ausgeflippt (im positiven Sinn). Eigener Kleidungsstil, total witzige und irgendwie einzigartige Lebenseinstellung, Künstlerin (singt gerne und spielt Gitarre). Hat sich in La Paz ne neue Gitarre gekauft und schleppt diese jetzt die ganze Zeit als Handgepäck mit sich rum. Interessant sich mit ihr zu unterhalten und auch für jeden Spass zu haben. Michelle sollte etwa Ende 40 sein, was man ihrer Art überhaupt nicht anmerkt… sie kommt mit jedem super klar, ist an jedem ernsthaft interessiert (hat sich auch schon mehrmals länger mit Calum unterhalten, der locker 30 Jahre jünger ist) und hat einen unschlagbaren Humor. Manchmal muss ich wirklich kurz nachdenken, ob ich sie falsch verstanden habe, oder ob sie mich gerade übelst veräppelt, was sie wirklich ständig macht Smiley  Wirklich immer supergut gelaunt und immer für ein ernstes oder unernstes Gespräch zu haben.

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Vielleicht noch ein, zwei Worte zu unserem (hier schlafenden) Guide Rrrrrrrrrruben. 35 Jahre alt, aus Peru stammend, und seit über vier Jahren als Guide in Peru unterwegs. Er hat fast immer seine verspiegelte Oakleybrille auf und ein smartes Grinsen auf den Lippen (sofern er wach ist Smiley). Lockerer Typ, der sich gut auskennt und sicherlich für den ein oder anderen Insidertipp gut ist… schaun wir mal…

So, das wären dann alle… Ist eine super Gruppe. Interessante und lustige Leute aus der Boliviengruppe sind geblieben, neue und mindestens genauso interessante Leute sind dazugekommen. Der Altersschnitt ist ein wenig gestiegen und vor allem durch die vier Australier (die irgendwie alle verschieden sind, aber jeder auf seine Weise interessant ist) kam frischer Wind rein…

So, wir sind wohl noch ne Weile unterwegs und ich werde es jetzt mal meinem Sitznachbarn Calum gleichtun und mich aufs Ohr legen… mal schaun, was heute Abend noch geht Smiley

So, da bin ich wieder mit dem Rest des Tages… Gegen 15:00 erreichten wir Cusco… und bekamen Top-Wetter sowie angenehme Temperaturen, so dass endlich mal meine Sommerklamotten zum Einsatz kamen Smiley

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Da wir aufgrund eines Strassenfestes nicht direkt bis vor die Tür unseres Hotel fahren konnten mussten wir mir samt unserem Gepäck erst noch ewig lange Treppenstufen hochgehen, so dass einige danach ne Ladung Sauerstoff brauchten Zwinkerndes Smiley

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Wir checkten in unserem wirklich schön gelegenen Hotel mit toller Aussicht auf die Stadt ein…

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Die Wartezeit bis wir in unsere Zimmer konnten wurde von Gen mit sehr angenehmer Musik inklusive Gesang verkürzt… sie kann wirklich toll singen…

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Kurz nach fünf machten wir uns dann auf den Weg in die Stadt um noch eine Kleinigkeit zu essen… Dabei kamen wir an wirklich schönen Plätzen vorbei. Scheint eine sehr angenehme Stadt zu sein. Da wir ja noch ne Weile da sind werde ich sicherlich Gelegenheit haben, die Stadt noch ein wenig intensiver zu erkunden…

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Wir schlugen in seinem netten Bistro auf. Es gab leckere Sandwiches und noch leckereren Nachtisch…

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Da wir morgen nicht so früh aufstehen müssen schlugen einige vor noch ein bisschen in Cusco on Tour zu gehen, was bei fast allem auf Zuspruch stiess. Nach einem kurzen “Aufwärmen” im Aufenthaltsraum des Hotels…

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… ging es dann weiter in den höchstgelegenen Irish Pub der Welt…

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Der Abend wurde schliesslich in einer kleinen Diskothek namens “Mythology” beschlossen. Hier waren dann aufgrund mehrerer alkoholischer Getränke über den Abend verteilt einige nicht mehr so ganz zurechnungsfähig Smiley

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Tja, witzig wars auch mal mit den Leuten richtig abzufeiern… bei mir ists jetzt schon nach halb drei, weswegen ich jetzt auch mal ins Bett gehen werde. Morgen früh gehts dann für drei Tage in den Amazonasdschungel, also auch wieder W-Lan ziemlich unwahrscheinlich. Wird dann wohl erst Donnerstag Morgen, bis es hier wieder was Neues zu lesen ist… dafür wird das dann hoffentlich wieder ziemlich spektakulär werden… bin mal gespannt was da auf mich zukommt…

Zum Grusse Smiley

Volker

Tag 14: Titicacasee Teil 2

Samstag, 04.08.: Nach einer erholsamen, wenn auch ein wenig frischen Nacht bei unserer “Gastmutter” Aleja war ich ein bisschen früher auf und schaute mich ein wenig in der Gegend um. Mein englischer Zimmernachbar zog es vor noch ein wenig länger zu schlafen…

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Irgendwie kommt man sich wirklich vor wie in einer anderen Welt… Keine Autos, keine Telefone, Fernseher, Radios, Kühlschränke, oder sonstiges. Hier und da elektrisches Licht ist das einzige, was auf Zivilisation hindeutet. Ein Ort fernab von Stress und Hektik… Esel, Schafe, Hühner und Kühe laufen überall herum… wirklich eine ganz eigene Stimmung, die diese Insel mit sich bringt…

Um 7:30 Uhr wurden wir zum Frühstück gebeten… Es gab selbstgemachte und sehr leckere Teigtaschen dazu Kokatee oder Kaffee…

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An diesem Morgen war Alejas Bruder mit der ganzen Familie anwesend… wir sollten Ihnen später an diesem Morgen (wie von unserem Guide angekündigt) ein wenig bei der Arbeit helfen…

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O.k., 8 Uhr gings dann los mit der Arbeit. Unser Job: 30kg schwere Zementsäcke von 4000m Höhe in gefühlte 8000m Höhe transportieren, wo Alejas Bruder gerade an einem neuen Haus baut. Herzlichen Glückwunsch!

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Anstrengend!!! Und während wir uns da einen abschleppten, hatten andere n easy Job, wie Shankar und Anita, die einfach zwei Stunden lang ne Schafherde bewachen mussten… Top!!!

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Nunja, zweimal nahmen wir den Weg mit den Zementsäcken auf uns, dann haben wir noch ein bisschen Wasser aus nem Brunnen besorgt, sowie hier und da bei ein paar Kleinigkeiten geholfen… Zwischendurch gabs immer wieder ein bisschen Zeit um mit den Kindern und Tieren von Alejas Bruder ein bisschen Spass zu machen Smiley

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Zum Abschluss wurden wir noch zu einem Mittagessen bei unserer Gastmama eingeladen, bevor wir uns dann gegen 12 Uhr verabschiedeten und zu unserer dreistündigen Bootsfahrt zurück Richtung Puno antraten…

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War für uns alle eine wirklich interessante Erfahrung, wie Menschen heute noch scheinbar total abgeschottet von der Aussenwelt ohne jegliche Technik leben können… Aleja erzählte uns gestern, dass ihre Eltern (beide etwa 60 Jahre alt) die Insel noch nie verlassen hätten… ist in der heutigen Zeit irgendwie unvorstellbar…

Zurück im Hotel “Italia” in Puno war erst einmal Zeit für eine Dusche und eventuell einige kleinere Besorgungen für die nächsten Tage, bevor sich die Gruppe für ein Briefing und ein Abendessen wie getroffen hat. In der Innenstadt von Puno war gut was los (es war ja auch Samstag Abend). Im Restaurant Hacienda gab es für mich leckeres Hähnchen in Erdnusssauce… Es floss auch einiges an Alkohol und eine einheimische “Band” machte gut Stimmung. Diego und Sabrina aus Italien (auf dem ersten Bild) bestechen übrigens mit famosem Patriotismus. Ich glaube, sie haben bisher jeden Abend Pizza oder Pasta gegessen, egal was es auch für tolle einheimische Speisen auf der jeweiligen Karte gab. Respekt! Smiley mit geöffnetem Mund

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Sooooo, Zeit fürs Bett. Nach dem morgigen “Transfertag” Richtung Cusco gehts danach richtig los mit Mehrtagestouren in den Dschungel und nach Machu Picchu…

Gruss aus Puno und gute Nacht Smiley

Tag 13: Titicacasee Teil 1

Freitag, 03.08.: Die Tage 13 und 14 sollten wir also (wie im gestrigen Blog angekündigt) am bzw. im Titicacasee verbringen. Auf einer Höhe von über 3800m gelegen ist der Titicacasee der höchstgelegene See der Welt und mit einer Gesamtfläche von über 8500m² auch noch wirklich beachtlich gross. Zwei Tage lang sollten wir also die Gelegenheit haben den See und seine Umgebung näher kennenzulernen. Dies beinhaltete auch eine Übernachtung bei einer Gastfamilie auf einer Insel mitten im See.

Pünktlich um 7:30 Uhr wurden wir mit typisch peruanischen Verkehrsmitteln am Hotel abgeholt und zum Hafen gebracht… war sehr komfortabel und unser Fahrer Marcos gab alles… Smiley

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Unser immer gut gelaunter Guide Rrrrrrrrrrrruben war natürlich auch dabei und legte uns ans Herz unseren Gastfamilien doch ein paar Kleinigkeiten in Form von Lebensmitteln mitzubringen, die wir dann noch schnell am Hafen einkauften.

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Noch ein kurzer Blick auf Puno vom Hafen aus und dann gings los.

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Unser Guide für diese Zweitagestour war übrigens Manuel (siehe unten). Lustiger Typ Smiley fanden auch die vier Australier…

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Schönerweise hatten wir ein Boot mit Sonnendeck für uns alleine und bereits nach einer kurzen Fahrzeit von etwa 20 Minuten erreichten wir die “Floating Islands” des Titicacasees… Diese schwimmenden Inseln wurden komplett aus Naturmaterialien gebaut und haben eine Grösse von bis zu 400m². Wie eine eigene kleine Stadt tauchen sie auf einmal mitten im See auf…

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Auf einer der Inseln legten wir für eine Weile an. Hier wurde uns von einer Einheimischen (Marta) erklärt, wie die Inseln gebaut werden…

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Bei der anschliessenden Besichtigung der “Häuser” auf den Inseln wurden wir in “lustige” einheimische Kostüme gesteckt… ganz schön witzig! Smiley

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Nach einer kleinen Bootstour durch die “Stadt” der schwimmenden Inseln und der Besichtigung einer weiteren Insel ging es dann auf eine fast dreistündige Fahrt Richtung Isla Taquile, wo wir auch unser Mittagessen einnehmen sollten… Vom Hafen aus mussten wir noch etwa 200 Höhenmeter aufsteigen und hatten uns so  auf 4000m Höhe auch unser Mittagessen verdient…

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Es gab übrigens leckeres Omelette mit Gemüse, eine original Inca Kola (schmeckt und sieht übrigens genauso aus wie Mountain Dew) und einen Kokatee.

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Auf dem Rückweg Richtung Boot konnten wir hier und da noch ein paar schöne Eindrücke von der Insel gewinnen…

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Eine weitere Stunde Bootsfahrt entfernt erreichten wir dann unser Endziel für den heutigen Tag, die Insel Amantani. Hier sollten wir jeweils zu zweit bei Gastfamilien nächtigen, deren Alltag kennenlernen und auch ordentlich mit anpacken… Doch bevor wir zu “unseren” Familien konnten mussten wir erstmal in einem Fussballspiel gegen einheimische Jugendliche ran… hat superviel Spass gemacht, doch leider hatten wir aufgrund der Höhe von ebenfalls etwa 4000m bereits nach kurzer Zeit massive konditionelle Probleme… ist wirklich übel, wie sehr die Höhe die Leistungsfähigkeit reduziert!

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Nach dem sehr ermüdenden Spiel wurden wir dann in unsere Gastfamilien eingeteilt. Collin und ich durften zu Aleja und Ihren Eltern nach Hause. Sie waren sehr gastfreundlich, haben uns wirklich lecker bekocht und sich um uns gekümmert. Leider war die Kommunikation sehr schwer, da wir beide kein spanisch können…Abends fand in dem kleinen, etwa 250 Einwohner zählenden Örtchen (die gesamte Insel hat etwa 4000 Einwohner) eine kleine Feier statt, zu der auch alle Besucher eingeladen waren. Grundvoraussetzung: Der Dresscode von Amantani. Top-Outfit! Smiley

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In der kleinen Halle trafen wir dann auf alle “verkleideten” Mitreisenden und auch viele Einwohner. Zur traditionellen Musik Perus (live gespielt von einer “Top-Band”) wurde dann auch traditionell getanzt… war nicht so ganz mein Ding, aber naja… man muss auch mal dahin gehen wos wehtut Smiley mit geöffnetem Mund

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Nunja, auch dieser Abend ging zu Ende… morgen werden wir nach dem Frühstück Aleja noch ein paar Stündchen bei der Arbeit helfen, bevor es dann gegen Mittag wieder mit dem Boot zurück nach Puno geht.

Buenos Noches! Smiley

Tag 12: Adios Bolivia, Buenos Dias Peru!

Donnerstag, 02.08.: Nach dem actionreichen Tag gestern sollte es heute ein wenig ruhiger zugehen. Es stand der Transfer Richtung Peru auf dem Programm. Beim Frühstück ereilte mich die freudige Nachricht, dass Karina (die eigentlich schon eine andere Gruppe zu betreuen hatte) uns bis zur Grenze nach Peru begleiten würde, wo uns dann unser neuer Guide empfangen sollte… Pünktlich um acht Uhr gings dann los mit dem Bus Richtung Peru. Auf dem Weg zur Grenze bekamen wir schon einen ersten von dem was uns in Peru erwarten sollte… und bald tauchte auch schon der Titicacasee neben uns auf…

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Nach zwei Stunden Fahrt mit dem Bus brachte uns die Fähre “Herbert 66” sicher ans andere Ufer des Sees, bevor es mit dem Bus weiter Richtung Peru ging…

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Der Weg bis zur Grenze führte dann direkt am Ufer des Titicacasees entlang…

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Einen kurzen Zwischenstopp legten wir dann in Copacabana ein, einem kleinen und sehr netten Örtchen, direkt am Ufer… Leider hatten wir nur kurz Zeit zum Mittagessen… und sahen so nur wenig von dem Ort…

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Ich nutze das Mittagessen mal wieder zu einem kleinen Gruppenfoto… Waren ja ein paar Neue dabei…

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Ich fange mal wieder vorne links an und kreise dann um den Tisch bis nach vorne rechts… aaaaaaaaaaalsooooooooo:

Collin aus England (schon bekannt, mein neuer Zimmerkollege), Genevieve (genannt Gen) aus Australien, Michelle aus Australien, Jeanine aus der Schweiz (schon bekannt), Tina aus Norwegen (schon bekannt), Anita und Shankar (genannt Shanks) aus Australien, Sabrina und Diego aus Italien, Carmila aus Norwegen (schon bekannt), Karina (Guide), Hanna und Anna aus Neuseeland (schon bekannt), Anusha (genannt Nush) aus Wales.

Das Durchschnittsalter ist ein kleines bisschen gestiegen und die Charaktere sind vielfältiger als in der letzten Gruppe. Bisher ist mein Eindruck aber wirklich sehr positiv. Auch die neuen haben sich schnell integriert, sind weltoffen und interessiert…

Kurz nach 14 Uhr bolivianischer Zeit überquerten wir zu Fuss die Grenze, betraten also peruanischen Boden und stellten die Uhr eine Stunde zurück (ab sofort bin ich also sieben Stunden hinter der CET zurück!).

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Kurz vorher hiess es dann auch (nun unwiderruflich) Adios Karina und Buenos Diaz Ruben (genannt Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrruben). Erster Eindruck war ebenfalls sehr positiv… lockerer Typ, aus Peru stammend und seit über vier Jahren diese Tour begleitend…

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Ein paar erste Eindrücke aus Peru…

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Nach weiteren drei Stunden Fahrt erreichten wir Puno, unsere erste Anlaufstelle in Peru. Nach dem Einchecken, einem Briefing mit Rrrrrrrrrrruben über die kommende Tour und ein bisschen Freizeit starteten wir dann zu einem kurzen Spaziergang durch die Stadt mit anschliessendem sehr leckeren Abendessen in einer kleinen Lokalität in der Fussgängerzone Punos… Auf dem Rückweg gab noch für jeden ein kleines Dessert als “Takeaway” mit, dass dann in der Hotellobby direkt verdrückt wurde Smiley

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Die meisten fanden kurz darauf den Weg in ihr Zimmer, da noch für die kommenden beiden Tage gepackt werden musste. Morgen früh starten wir zu einer zweitägigen Tour zum Titicacasee mit Übernachtung bei einer Gastfamilie. Hat sich wirklich gut und vielversprechend angehört, was Ruben über das Programm rund um den See erzählte. Ich bin mal gespannt.

Da meine Gastfamilie eher unwahrscheinlicherweise mit einem W-Lan-Hotspot ausgestattet sein wird, werde ich wohl frühestens erst wieder übermorgen zum Schreiben kommen… Natürlich werde ich dann aber wieder detailliert und optisch ansprechend alles hier aufarbeiten Zwinkerndes Smiley

bis dahin und Grüsse aus Puno Smiley

Tag 11: La Paz: Death Road

Wir schreiben den 01.08.2012. Ein unerschrockener, und zu allem bereiter ambitionierter Hobbyradfahrer wagt eine weitere Herausforderung…

Die Fakten

– Death Road (Todestrasse) in La Paz: eine der beliebtesten Downhill- Mountainbikestrecken der Welt

– Anfangs Asphalt, später durch Gelände aller Art.

– Höhe über Meeresspiegel beim Start: 4640m. Höhe am Ziel im Dschungel: 1295m

– Höhendifferenz zwischen Start und Ziel: 3345m (!!!)

– Gesamtlänge der zurückzulegenden Strecke: 64km

Unglaublich, aber wahr… ich bin mal wieder Fahrrad gefahren, und das nicht irgendwo, sondern auf einer der berühmtesten und gefürchtetsten Mountainbike-Abfahrtsstrecken der Welt. Schon am ersten Tag meines Aufenthaltes in La Paz bin ich auf diese Tour aufmerksam geworden… da hatte ich aber kein Interesse, weil Fahrradfahren ja mal so gar nicht mein Ding ist. Als heute, am letzten gemeinsamen Tag mit der “alten” Gruppe, fast alle dieses Event in Angriff nahmen, hab ich kurz überlegt und mich dann noch von Karina überzeugen lassen: “You have to do it, Wolker! Leaving La Paz without seeing the death road is impossible!”

Nun gut, ich war dabei…Die Death Road ist aufgrund ihrer Länge (64km), des grossen zu überwindenden Höhenunterschiedes (3345m) und der verschiedenen Bedingungen (Untergrund, Wetter usw.) bei vielen Mountainbikern sehr beliebt, aber auch gefürchtet (immer wieder verletzten sich sich zu übermütige Touristen, oder sterben gar). Man startet bei eisigen Temperaturen auf einer Höhe von 4640m, fährt über Asphaltwege, unbefestigte Strassen, später durch den Dschungel, durch Wasserfälle, Bäche, an Klippen entlang usw… Die Strecke ist abwechslungsreich, anspruchsvoll und landschaftlich einfach der Hammer, wie die folgenden Bilder hoffentlich wiedergeben.

Eins noch vorweg für meine Eltern: Ich hatte jederzeit mein Fahrrad unter Kontrolle, bin nie zu schnell gefahren… Die Fotos vom Bike aus hat ein Guide gemacht, und nicht ich… also alles im grünen Bereich! Smiley

Aber mal wieder von vorne: Nach einem kurzen, hektischen Frühstück ging es los zum Veranstalter “Madness”. Dort wurden erstmal Klamotten, Helm und Handschuhe verteilt… Ab in den Bus Richtung Start…

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Oben angekommen wurden dann die Bikes verteilt und ein paar Proberunden gedreht… Natürlich war es auf dieser Höhe mal wieder saukalt, und meine vier Standardschichten an Klamotten waren mehr als notwendig!

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Bevor es losging gab es noch die obligatorischen Sicherheitseinweisungen unserer Guides Juan und Cornelio sowie ein paar Gruppenfotos…

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Um die Abfahrt so sicher wie möglich zu gestalten wurde uns (vermeintliches) Profimaterial zur Verfügung gestellt… Fühlt sich schon mal interessant an, so ein voll gefedertes Mountainbike… vor allem für mich als Laien… Smiley

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Dann ging los… der erste Teil der Strecke führte etwa acht Kilometer über asphaltierte Strassen. Hier und da stoppten wir kurz (wie wir überhaupt regelmässig aller 10-15 Minuten stoppten um Fotos zu machen und die langsameren wieder herankommen zu lassen) um weitere Instruktionen der Guides sowie einen Blick auf die tolle Landschaft bzw. die kommende Strecke zu werfen.

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Nach den angesprochenen acht Kilometern verliessen wir die Strasse um unsere Abfahrt “offroad” fortzusetzen.

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Leider ereilte mich kurz nach Beginn der “Offroad”-Passage ein Plattfuss, der aber von der “Boxencrew” Juan und Cornelio schnell behoben werden konnte, so dass ich rasch wieder Anschluss zum Peloton fand Smiley 

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Nun, begann quasi der wirklich einzigartige, und landschaftlich tolle Teil der Abfahrt durch den Dschungel…

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An manchen Stellen waren die Wege wirklich sehr eng und es ging direkt am Strassenrand ordentlich bergab, aber man wurde regelmässig vom Guide auf eventuelle Gefahrenstellen hingewiesen und zur richtigen Fahrweise aufgerufen….

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Beim Start auf 4640m Höhe hatte es noch Temperaturen um den Gefrierpunkt. Je tiefer wir kamen umso wärmer wurde es dann. Glücklicherweise war unser “Teamfahrzeug” stets hinter uns, so dass wir in den Pausen auch die ein oder andere Kleidungsschicht ablegen konnten… Zu solchen Zeitpunkten war auch immer mal wieder ein Blick in die schöne Landschaft fällig Smiley

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Inklusive aller Pausen hatten dann nach fast vier Stunden alle unverletzt und sturzfrei das Ziel mitten im Dschungel auf etwa 1200m Höhe erreicht und liessen sich ein kaltes Getränk schmecken…

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Unser Mittagessen nahmen wir dann ein paar Kilometer weiter in einem kleinen Restaurant ein. Wer Lust hatte konnte sich auch im sehr netten dazugehörigen Pool erfrischen Smiley

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Fazit, dieses wirklich einmaligen Ausfluges: Fahrradfahren kann wirklich witzig sein, solange man nicht zu oft in die Pedale treten muss Smiley mit geöffnetem Mund

Nach der dreistündigen Heimfahrt trafen wir (die übrig gebliebenen Bolivianer, die noch mit bis nach Lima kommen) auf unsere neue Gruppe. Vier Australier, eine Waliserin und zwei Italiener werden ab sofort unsere Gruppe “verstärken”, Machen bisher alle ebenfalls einen netten Eindruck! Und in den ganzen 31 Tagen kein Deutscher ausser mir… hätte ich auch nicht gedacht…

Das Abendessen nahm ich direkt neben dem Hotel beim Italiener noch einmal mit den Leuten der Boliviengruppe ein. War wirklich ne schöne Zeit und ne homogene Gruppe, ohne Streitereien oder andere Unannehmlichkeiten…

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Morgen früh gehts dann nach Peru wo wir unseren neuen Guide kennenlernen… Ruben heisst er, so viel wissen wir schonmal… ansonsten lassen wir uns mal überraschen Smiley Bolivien war schon super, ich bin gespannt, was in Peru auf die anderen und mich wartet…

Ps.: Vielen Dank für Eure vielen Mails und das gänzlich positive Feedback zu meinem Blog. Ich finde es super, dass mich so viele Leute bei meiner Reise begleiten. Ich hoffe, ich habe auch in den nächsten 20 Tagen die Möglichkeit so oft wie bisher zu bloggen. Bitte seid mir nicht zu böse wenn ich nicht jede Mail gleich beantworte. Hier ist jeden Tag was los und oft komme ich auch erst spät ins Hotel… Trotzdem freue ich mich natürlich über jede Nachricht aus Deutschland!

Pps.: I SURVIVED DEATH ROAD!!!!!!

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Tag 10: Back in La Paz

Dienstag, 31.07.: Heute Morgen um 10 Uhr erreichten wir wieder La Paz. Aufgrund eines Streikes mussten wir einen kleinen Umweg nehmen. So wurden aus geplanten 11 Stunden Fahrt leider 14. Nunja, ich konnte glücklicherweise im Bus ein bisschen schlafen, so dass ich heute nicht zu kaputt war, auch wenn die drei Tage Allradtour schon geschlaucht haben… Nachdem wir nach Ankunft im Hotel leider noch nicht einchecken konnten schlug Karina vor eine kleine Stadttour mit Frühstück zu machen, was alle gut fanden (11 von uns sind ja erst in Sucre zur Gruppe gestossen und hatten nicht, wie ich, die Chance schon vorher La Paz zu sehen). Also machten wir eine kurze Tour über den sehr belebten Markt…

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…holten ein paar Shoppingtipps von Karina ein…

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…und frühstückten anschliessend sehr lecker in einem kleinen Bistro (wo einige den Mund nicht voll genug bekommen konnten) Smiley

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Die Citytour liess ich dann allerdings aus und entschied mich zum Hotel zurückzukehren, einzuchecken und ein bisschen die Beine hochzulegen… Eine Topbehausung gabs glücklicherweise noch dazu. Oberstes Stockwerk mit Blick auf El Alto und die Anden Smiley

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Pünktlich zur Abendaktivität versammelte ich mich mit den anderen in der Lobby. Da heute offiziell der letzte Tag dieses Bolivientrips war (auch wenn ich die meisten morgen noch oder in Peru sehe) und somit auch unser letztes gemeinsames Dinner gab es eine kleine Abschiedsrede von Karina und die Übergabe unseres Geschenkes in Form von Trinkgeld Smiley mit geöffnetem Mund Sie hat sich wirklich viel Mühe gegeben, war immer gut gelaunt, verlor nie die Übersicht und war (aufgrund ihrer bolivianischen Herkunft) stets sachkundig… also auch an dieser Stelle ein “Bedankt” von mir Smiley

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Morgen Abend lerne ich dann meine neue Gruppe kennen… Ausser mir werden noch sechs weitere Reisende der “Boliviengruppe” mit bis nach Lima kommen, was ich gut finde… andererseits freue ich mich auch drauf wieder neue Leute kennenzulernen… bin mal gespannt… Morgen steht noch ein Highlight in La Paz an, und dann gehts ab nach Peru…

Ich blicke aus meinem Penthouse im fünften Stock (das ich morgen Nacht leider wieder verlassen muss Trauriges Smiley) auf das hell erleuchtete El Alto und grüsse mal wieder ins ferne Europa und wünsche eine angenehme Nachtruhe…

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Tag 9: Allradtour Salt Flats Teil 3

Montag, 30.07.: Der bisher wohl härteste Morgen stand auf dem Programm: Aufstehen um 5:30, Abfahrt um 6 Uhr. Überflüssig zu erwähnen, dass es übelst kalt war, und dazu noch stockdunkel, und das nicht nur draussen… Mithilfe Eddys Stirnlampe und meiner Taschenlampe packten Collin, Eddy und ich unsere Sachen und fanden dann irgendwie unsere Toyotas, mit denen es um kurz nach sechs Uhr auf die letzte Etappe unseres Allradabenteuers ging…

Eine Stunde lang fuhren wir im Dunkeln durch hügliges Gelände… dabei erreichten wir kurz vor unserem ersten Stopp die grösste Höhe des Trips mit knapp 5100m. Etwa 15 Minuten später, und pünktlich zum Sonnenaufgang gelangten wir dann zu den auf 4850m Höhe gelegenen Geysieren “Sol de Manana”… Es war so ungefähr gegen 7 Uhr und einigen war es so kalt, dass sie nach wenigen Minuten wieder zurück ins Auto mussten… –10 bis –15 Grad sollte es so etwa gehabt haben…

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War aber echt toll, vor allem als dann die “Sonne des Morgens” (Sol de Manana) aufging…

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Nach diesem im wahrsten Sinne des Wortes ersten “Höhepunkt” des Tages gelangten wir nach 45 Minuten Fahrt zu den auf 4400m Höhe gelegenen heissen Quellen “Termas de Polques”. Durch die inzwischen höher stehende Sonne und die ein wenig tiefer gelegenen Quellen waren die Temperaturen ein wenig erträglicher… Als wir vor Ort ankamen waren schon einige andere Gruppen anwesend um sich in den etwa 38 Grad heissen Quellen aufzuwärmen… Da durften Collin und ich natürlich nicht fehlen… Smiley Man musste wirklich langsam reingehen, sonst wars wirklich viel zu heiss…

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Nach diesem kurzen, aber sehr angenehmen Bad gab es leckere Pancakes zum Frühstück…

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… bevor es dann weiterging zur roten Lagune, die wir ja bereits gestern kurz besichtigten…

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Von dieser Seite aus war die Lagune deutlich interessanter… Das Wasser war wirklich feuerrot… Flamingos gabs auch wieder… und dazu n durchgeknallten Engländer Collin Smiley

Wir machten uns auf den Heimweg Richtung Uyuni… leider hatte einer der Trucks immer wieder kleinere Probleme mit dem Motor, so dass ab und zu ein kurzer unfreiwilliger Stopp fällig war… Zeit für mich einen (bei der Höhe megaanstrengenden) Kurzsprint einzulegen für ein Abschlussfoto irgendwo auf dem Weg zwischen Chile und Uyuni Smiley

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Gegen 17 Uhr erreichten wir dann wieder das “Eishotel” in Uyuni, wo wir noch eine schnelle Dusche nehmen konnten bevor es auf die lange Nachtfahrt zurück Richtung La Paz ging. Kurz vor acht nahmen wir dann in unserem etwas in die Jahre gekommenen, aber trotzdem sehr komfortablen Nachtbus Platz… Glücklicherweise war ich ordentlich müde, dass ich gut schlafen konnte…

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Hier vielleicht noch eine kurze Zusammenfassung zu der Allradtour: Der Ausflug war wirklich einmalig… hätte nicht gedacht, das Bolivien so viel an verschiedener Landschaft zu bieten hat. Und egal wo man war: Man hat immer mehrere schneebedeckte Berggipfel in der Nähe gesehen, die den Ausblick noch spektakulärer gemacht haben. Glücklicherweise macht alles auch noch einen sehr unberührten Eindruck, deswegen ist es zwar für Besucher weniger komfortabel, aber insgesamt trotzdem sinnvoll in diese Natur keine Hotels oder bewirtschaftete Pensionen hinzubauen. Als Besucher muss man sich allerdings vorher bewusst sein, dass Temperaturschwankungen von bis zu 45 Grad Normalität sind, man in absolut primitiven Bedingungen, bei eisigen Temperaturen übernachten muss und man hier und da mit der Höhe von bis zu 5000m zu kämpfen hat… dafür bekommt man aber Natur und Abenteuer pur geboten…

Tag 8: Allradtour Salt Flats Teil 2

Sonntag, 29.07.: Nach einer eigentlich recht ruhigen Nacht im Salzhotel wurden die fünf Damen (mit denen ich im Zimmer war) und ich recht unsanft gegen fünf Uhr von einem schreienden Baby (wer auch immer auf diese Schnapsidee gekommen ist dieses mit auf so eine Tour zu nehmen) geweckt… glücklicherweise war es nach etwa einer halben Stunde wieder ruhig, so dass wir bis zum Frühstück um sieben Uhr weiterschlafen konnten…

Nach der Abfahrt gegen 7.30 Uhr und einem kurzen Verpflegungsstopp etwa eine Stunde später nahmen wir Kurs auf unser erstes Ziel des Tages: Die Besichtigung des noch einzig aktiven Vulkanes Boliviens, den “Volcan Ollague” (5868m). Unser Aussichtspunkt (etwa auf 4000m gelegen) befand sich mitten in einer sehenswerten Felsenlandschaft… Wie uns Karina mitteilte waren wir hier am südlichsten Punkt unserer Reise. Die andere Seite des Vulkanes gehört bereits zu Chile…

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Meine Windbreaker-Jacke tat wirklich gute Dienste. Vor allem morgens wars jenseits der 4000m richtig frisch. Dazu wehte stets ein kräftiger Wind. Vier Schichten Klamotten waren Standard…

Weiter gings Richtung “Laguna Canapa” (4186m hoch gelegen), einer sehenswerten Lagune eingebettet in schneebedeckte Fünftausender…

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Bei unserem Mittagessen an der Laguna Hedionda schauten uns dann ein paar Flamingos zu… Smiley

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Nach leckerem Hähnchenfleisch mit Kartoffeln fuhren wir etwa eine Stunde bis zu den Regenbogenfelsen, die Ihren Namen logischerweise von ihrer sehr interessanten Färbung her erhielten…

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Am späten Nachmittag stand dann noch die auf 4278m Höhe gelegene “Laguna Colorada” (rote Lagune) auf dem Programm… da wir diesen komplett roten See von einer Seite aus besichtigten, an der der See nur recht wenig Wasser hatte entschieden wir ihn am nächsten Tag nochmal von der anderen Seite aus anzusehen… war aber auch so schon interessant… Smiley

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Gegen 17:30 Uhr hatten wir auch an diesem Abend unsere Unterkunft auf 4200m Höhe erreicht. Hier hatte uns Karina bereits vor Antritt der Tour gewarnt. “Remember guys, its a basic hotel! No heating, no light… could be –25 degress on the outside and -8 degrees on the inside of the hotel. Prepare yourself, it could be cold this night!” Und genauso wars dann auch… Smiley In entsprechendem Outfit nahmen wir dann unseren Tee und das Abendessen ein… Kurz vor dem Schlafen war ich nochmal draussen um das Hotel zu fotografieren… es war wirklich saukalt… Dazu noch Eddys Geschnarche Trauriges Smiley… Naja, ich habs überlebt und dabei gar nicht so schlecht und wenig geschlafen… I was prepared.

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Tag 7: Allradtour Salt Flats Teil 1

Am Samstag, den 28.07. starteten wir also voller Vorfreude zum vermeintlichen Highlight dieses Bolivientrips, der dreitägigen Tour durch den südlichen Teil des Landes inklusive aller landschaftlichen Sehenswürdigkeiten, die zahlreich vorhanden sein sollten. Uns erwartete ein Ausflug voller Extreme: Grosse Temperatur- und Höhenunterschiede, spektakuläre Landschaften und interessante Tiere sollten uns in den nächsten Tagen begegnen… Unsere Erwartungen waren hoch, aber (so viel sei jetzt schonmal gesagt) sie wurden noch übertroffen…

Aber mal von vorne… Smiley Um acht Uhr morgens schälten sich Erik und ich aus unseren Betten unseres völlig unbeheizten und komplett W-Lan-freien Hotels in Uyuni. Es war wirklich saukalt… jede meiner 3 Decken und zwei Bekleidungsschichten waren absolut notwendig! Nach einem kurzen Frühstück (mit Mütze, und Schal) und einem kurzen Abstecher in die Stadt (um noch ein paar Getränke und Snacks zu kaufen) sagten wir dann erstmal “Adios” zu unserem kuschligen Hotel, dass wir ja drei Tage später wiedersehen sollten… Von aussen siehts gar nicht so kalt aus Smiley

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Unsere drei Toyota Land Cruiser wurden gepackt, es ging los… Bevor es zu den Salt Flats ging standen erst einmal noch zwei weitere Sehenswürdigkeiten rund um Uyuni auf dem Programm. Nur etwa 10 Minuten ausserhalb Uyunis hielten wir bei einem Eisenbahnfriedhof, auf dem alte Dampflokomotiven und Anhänger zu sehen waren, die früher dazu dienten, das abgebaute Salz aus Uyuni zu transportieren…

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Der Abbau des reichhaltig vorhandenen Salzes ist (neben dem Tourismus) auch heute noch die Haupteinnahmequelle der Bewohner Uyunis… davon konnten wir uns kurze Zeit später bei der Besichtigung einer “Salzfabrik” überzeugen… war wirklich sehr interessant!

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Zurück in unseren Allradtrucks ging es dann zur Hauptattraktion des Tages, den “Salar de Uyuni”. Die grösste Salzfläche der Welt erstreckt sich über eine Gesamtfläche von mehr als 10500km². Das “weisse Meer” ist der versalzene Rest eines vor Jahrmillionen ausgetrockneten Binnenmeeres… übrig geblieben ist eine faszinierende schneeweisse und interessant gemusterte Salzfläche mit Wüstencharakter…

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Zum Lunch, dass direkt auf der Salzfläche eingenommen wurde, gabs mal wieder leckeres, gegrilltes Lamafleisch mit Kartoffeln und Gemüse.. Nach dem ersten Bissen in mein Lama durfte natürlich ein kleiner Gag nicht fehlen:

“Anybody got salt?“ Smiley  Ganz schön lustig, der Volker… Smiley mit geöffnetem Mund

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Der Nachmittag begann mit ein paar lustigen Fotos, für die die Salzsehen bekannt sind… man kann prima mit den Distanzen spielen und kriegt so wirklich witzige Motive und Dimensionen zustande…

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Nach unserer ausgiebigen Fotosession fuhren wir dann etwa 45 Minuten, bis wir auf eine etwa 500m² grosse “Insel” im Salzmeer stiessen… Schon von Weitem erkannte man das Besondere an diesem Stück Land: Hunderte, teilweise über fünf Meter hohe Kakteen bevölkerten diese sehenswerte Insel mitten im Nichts…

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Gegen 18 Uhr erreichten wir dann unsere Bleibe für diese Nacht, das “Hotel de Sal”, ein Hotel, dass komplett aus Salz gebaut wurde… Dies beinhaltet auch die Inneneinrichtung, wie z.B. Betten, Stühle, Tische usw.. Strom gibt es hier nicht. Ein Generator sorgt von 18.30-22 Uhr für ein bisschen Licht. Wer nachts mal austreten musste hatte hoffentlich eine Taschen- oder Stirnlampe dabei… Smiley Trotzdem wars wirklich gemütlich und auch bei Aussentemperaturen von bis zu –10 Grad Celsius nicht zu kalt. Das Hotel liegt übrigens auf einer Höhe von 3653m, dem tiefsten Punkt (!!!) dieser dreitägigen Tour!

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Nach einem langen und wirklich erlebnisreichen Tag gab es nach einer wärmenden Tasse Tee noch ein leckeres Abendessen (Rindfleisch mit Gemüse und Kartoffelpüree), bevor es dann nicht zu spät ins Bett ging.

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Wir alle waren von diesem ersten Tag total begeistert und freuten uns auf die nächsten beiden!

Tag 6: Potosi und Uyuni

Der Tag begann für mich mit einem recht einsamen Frühstück, da irgendwie alle ausschliefen, oder sich erst später zu einer Besichtigung Potosis bzw. eines Museums aufraffen konnten. Joan und Laureen gesellten sich gegen Ende meines reichhaltigen Mahls zu mir. Sie wollten diesen Morgen zu einer Tour durch die Museen Potosis starten… Ich hatte mir bis zur Abfahrt nach Uyuni um 12 Uhr vorgenommen noch ein wenig mehr von der Stadt und dem sehr bekannten und grossen Markt zu sehen…

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Durch den Markt war die Stadt bereits morgens relativ voll… Es hatte den Anschein, als sei jeder Einwohner Potosis auf den Beinen Smiley Der Markt an sich erstreckt sich fast über die halbe Stadt. Es gibt wirklich alles zu kaufen, und das in jeder Menge… Man verliert schnell der Überblick wo man gerade ist… aber interessant, das mal zu sehen…

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Kurz nach 12 ging es dann los auf unsere etwa fünfstündige Busreise Richtung Uyuni, von wo aus wir dann am nächsten Tag zu unserer dreitägigen Allradtour durch die Salzseen aufbrechen sollten… Hier mal wieder ein paar Eindrücke der Fahrt…

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Nach dem Check In in unserem recht einfach gehaltenen und nicht beheizbaren Hotel (die Zimmer waren ordentlich kühl!) in Uyuni lud uns Karina (wie gewohnt) zu einer kleinen Stadtführung inkl. Shoppingberatung ein… ich nutze diese Chance um meine Alpaca-Kollektion ein bisschen zu erweitern Smiley

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Die Sachen sind so flauschig warm und einfach nur billig (Jacke 10-15€, Handschuhe 2€, Schal 10 €) da musste ich einfach nochmal zuschlagen…

Die Stadt Uyuni ist im Vergleich zu den anderen bisher besichtigten Städten komplett eben, ohne jegliche Erhebung… ungefähr 20000 Menschen leben hier auf fast 3700m Höhe… Ein bisschen erinnert die Stadt an eine Kleinstadt in Texas (auch wenn ich da noch nie war Smiley)

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Gegen sieben Uhr suchten wir dann mal wieder eine von Karina empfohlene Lokalität auf, wo wir bei einer leckeren Pizza den Tag beschlossen… Aufgrund der Zimmersituation in unserem Hotel war Erik heute mein Zimmernachbar… trotz gefühlten –20 Grad in unserem Zimmer zog er es vor mit T-Shirt und Shorts zu schlafen, während ich dick eingepackt alles was ging unter der Decke zusammenhielt… Naja, er ist halt Norweger und wohl einiges gewöhnt… Smiley